Polke, Tillmanns und Fritsch werden geschätzt: Whitechapel Gallery zeigt Gerhard Richter

Polke, Tillmanns und Fritsch werden geschätzt
Whitechapel Gallery zeigt Gerhard Richter

Deutsche Gegenwartskunst ist in Großbritannien sehr gefragt. Londoner Auktionshäusern zufolge lassen sich mit Werken von Gerhard Richter astronomische Summen erzielen. Die Whitechapel Gallery in London zeigt Richters Sammelwerk "Atlas" bis zum 14. März.

HB LONDON. Gerhard Richters Sammelwerk „Atlas“, das aus rund 5 000 einzelnen Bildern besteht, ist zurzeit erstmals in England zu sehen. Die Ausstellung in der Londoner Whitechapel Gallery (bis 14. März) ist ein weiterer Beleg für die hohe Wertschätzung, die deutsche Gegenwartskunst derzeit in der britischen Hauptstadt erfährt.

Eine beachtliche Reihe deutscher Künstler ist in den vergangenen Jahren in London mit großen Ausstellungen geehrt worden, darunter Sigmar Polke, Wolfgang Tillmans und Katharina Fritsch. Maler der klassischen Moderne wie Max Beckmann und Ernst Ludwig Kirchner wurden gerade erst durch Ausstellungen für das breitere englische Publikum entdeckt.

Den in Köln lebenden Richter (71) stufen Londoner Auktionshäuser als jenen lebenden Künstler, dessen Werke die höchsten Preise erzielen. Der „Guardian“ bezeichnet den Deutschen als einen der „eindrucksvollsten zeitgenössischen Maler“. Auch die „Atlas“- Ausstellung wurde von der Presse mit großem Interesse aufgenommen. Seit 41 Jahren schon arbeitet Richter an dem beständig anwachsenden Werk, das aus Fotos, Zeitungsausschnitten und Entwürfen für eigene Ausstellungen besteht. In der Schau in der Whitechapel Gallery ist eine ganze Serie von ihm selbst aufgenommener Fotografien neu hinzugekommen. In kräftigen Farben zeigen sie Berglandschaften im Frühling.

So unübersichtlich wie die Masse der Bilder ist auch die Vielfalt der Themen. Sie reichen von fremden und eigenen Familienfotos, Stadtansichten aus der Vogelperspektive, Landschaftsaufnahmen und Pflanzenstudien bis hin zu Presseaufnahmen von politischen und historischen Ereignissen, Situationen und Figuren. Auch pornografische und dramatische Fotos - ein Löwenpaar frisst einen Mann im Safaripark - hat Richter seiner Sammlung einverleibt, aber sie sind die Ausnahme in einer viel größeren Menge von statischen, handlungsarmen Sujets.

Der Künstler sagt über sein Werk, es sei „eine Sintflut von Bildern, die ich nur kontrollieren kann, indem ich sie ordne“. Die „Atlas“-Sammlung aus dem Besitz des Münchner Lenbachhauses zeigt Themen, die Richter schon ein Leben lang begleiten. Zudem dient sie ihm als Quelle für einzelne Ölgemälde. Zehn ebenfalls in der Whitechapel Gallery ausgestellte Richter-Gemälde wie „Betty“ (1977/78) „Kerze“ (1983), „Schwarz Rot Gold“ (1999) und die berühmten 48 Porträts bedeutender Männer lassen sich mit Fotos der Sammlung in Verbindung bringen.

Internet: www.whitechapel.org

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%