Popstar
Jackson: Rätselraten um Todesursache

Für seine Fans ist er unsterblich. Michael Jackson hat sich mit seinen Superhits und den legendären Bühnenauftritten auf immer in den Himmel der Popmusik getanzt. Doch nach dem ersten Schock über seinen unerwarteten Tod steht eine Frage im Vordergrund: Woran starb der King of Pop? Mediziner, Rechtsexperten und Reporter spekulieren über die möglichen Ursachen, die zum Tod des zuletzt gebrechlich wirkenden Stars geführt haben könnten - und Familie und Freunde schieben Ärzten eine Mitverantwortung in die Schuhe.

HB LOS ANGELES/DÜSSELDORF. Brian Oxman, einer der Anwälte und Freund der Jackson-Familie, sagte dem US-Sender CNN, er sei über Jacksons Einnahme von Schmerzmitteln besorgt gewesen. Er schloss eine versehentlich eingenommene tödliche Dosis verschreibungspflichtiger Medikamente nicht aus. Er habe auch die Familie davor gewarnt und gesagt: "Eines Tages müssen wir das erleben." Der Sänger habe zuletzt Arzneien wegen früherer Verletzungen, darunter ein Rücken- und ein Beinbruch, eingenommen, während er für die geplante Konzertreihe in London probte, die am 13. Juli beginnen sollte. Zudem zog Oxman im Sender NBC Vergleiche zum früheren Supermodel Anna Nicole Smith. Zwar sei die Todesursache Jacksons noch unklar. "Aber ich hatte Angst vor diesem Tag, und jetzt ist er da." Im Jahr 2007 einigte sich Jackson mit einer Apotheke in Beverly Hills, die 100 000 Dollar einklagen wollte. Den Betrag soll der Musiker über zwei Jahre für Medikamente ausgegeben haben.

Michael Jackson soll Medienberichten zufolge vor seinem Tod eine starke Dosis Morphium bekommen haben. Das meldete die gewöhnlich gut unterrichtete Internetseite tmz.com am Freitag unter Hinweis auf nicht genannte Familienmitglieder. Die Angehörigen seien deshalb beunruhigt gewesen.

Zudem soll sein Bruder Joe Jackson kürzlich versucht haben, den Megastar in einer Entzugsklinik im kalifornischen Palmdale unterzubringen. Der Bruder gehe davon aus, dass der Sänger von Morphium und anderen verschreibungspflichtigen Drogen abhängig war, hieß es. Angeblich machte der Star trotz der Vorbereitungen auf ein Comeback in der letzten Zeit einen lethargischen und erschöpften Eindruck.

Auch Oxman erklärte, die Familie habe sich schon länger Sorgen über Jacksons Gesundheit gemacht und seit Monaten vergeblich versucht, besser auf ihn aufzupassen. "Michael erschien ein paarmal zu Proben, er hat sich wirklich angestrengt, das hinzukriegen", sagte er. "Aber sein Medikamentenkonsum war ein Problem."

Die Leiche des Sängers wurde wenige Stunden nach seinem Tod per Hubschrauber vom UCLA Medical Center zum Amt für Gerichtsmedizin des Bezirks Los Angeles geflogen. Eine Autopsie sollte noch am Freitag die Todesursache des schon lange psychisch und physisch angeschlagenen Sängers klären. Ein Resultat könnte allerdings wegen der toxikologischen Tests erst in einigen Wochen vorliegen. Dabei suchen die Experten nach Spuren von Drogen, Alkohol oder Medikamenten in Jacksons Körper. Beamte des Raub- und Morddezernats der Polizei von Los Angeles durchsuchten das Haus des Superstars, sprachen aber von einem Routinevorgang.

Weiter ging ein früherer Manager und Freund von Popstar Michael Jackson: Tarek Ben Amar machte am Freitag gegenüber dem französischen Radiosender Europe 1 "kriminelle" Ärzte für den Tod des "King of Pop» verantwortlich. Die "Kriminellen" in diesem Fall seien die Mediziner, die Jackson während seiner ganzen Karriere behandelt hätten, "die ihm das Gesicht zerstört haben, die ihm Medikamente gegen seine Schmerzen gegeben haben", sagte der Produzent. Jackson habe Medikamente gegen Schlaflosigkeit genommen. Zudem sei er ein Hypochonder gewesen. "Man wusste nie, ob er wirklich krank war, weil er von Scharlatanen umgeben war, die von dieser Hypochondrie lebten und ihm tausende und abertausende Dollar für Medikamente und Vitamine abknöpften."

Seiner Ansicht nach sei Jackson einem Herzinfarkt erlegen, "weil er alle möglichen Medikamente nahm". Zudem habe der 50-Jährige sich ungesund ernährt, keinen gesunden Lebensstil gepflegt und keinen Sport treiben können. "Das hätte bei jedem anderen die selben Konsequenzen gehabt".

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