Post War und Contemporary Art
Fester Abnehmer für den großen Vorsitzenden

Die New Yorker Auktionen mit Kunst nach 1945 und zeitgenössischer Kunst setzen auf altbekannte Marktrenner. Attraktive Werke von Roy Lichtenstein, Warhol, Cy Twombly und Alexander Calder setzen die Akzente. Jüngere Künstler machen sich rar.

New YorkDie jungen aufsteigenden Stars der Kunstszene, die bisher in den Abendauktionen bei Phillips den Saal durch besonders spritzige Konkurrenz animierten, machen sich in dieser Saison rar. Nur drei vielversprechende Künstler, Jonas Wood, Alex Israel und als Doyen der 43-jährige Sterling Ruby, schafften es am 8. November 2015 gerade mal als Schlusslichter in den Katalog „20th Century and Contemporary Art“.

Rubys fast 250 cm hohes Spraygemälde „SP36“ (2008) soll auch immerhin 500.000 bis 700.000 Dollar bringen. In einem neuen Fokus auf historisch Bewährtes lenkt Phillips dagegen ein kräftiges Spotlight auf japanische Künstler der Nachkriegszeit bis in die Achtziger Jahre. Der mit seinem Körper malende Gutai-Vertreter Kazuo Shiraga ist mittlerweile schon sehr gut eingeführt. Für „Untitled, BB64“ (1962) werden mindestens 2 Millionen Dollar erwartet. Bei Yoshishige Saitos Ölbild auf Sperrholz „Work“ (1963) aus einer Sammlung aus Tokio ist man dagegen schon mit 250.000 Dollar dabei.

De Koonings gestische Wirbel

Zum ersten Mal seit über zehn Jahren bietet Phillips auch wieder ältere Kunst an. Von dem in erster Linie als Architekt berühmt gewordenen Le Corbusier gibt es hier das schöne Bild „Femme rouge et pelote verte“ (1932). Es ist das erste aus einer ganzen Reihe von Verkäufen der Züricherin Heidi Weber, die das Centre Le Corbusier gründete (Taxe: 4 bis 6 Millionen Dollar). Spitzenreiter des Abends ist mit 10 bis 15 Millionen Dollar Willem de Koonings Landschaft „Untitled XXVIII“ (1977). Es stammt aus seiner hochbezahlten späten Periode, in der er die Farben von Sand, Meer und Himmel an seinem Wohnort Springs auf Long Island zu gestischen Wirbeln abstrahierte.

Ein unwiderrufliches Gebot

Höhepunkt in Sotheby’s Auktion am 11. November ist Cy Twomblys herausragendes Großformat „Untitled, 1968 (New York City)“ mit weißen kalligraphischen Schnörkeln auf dunkelgrauem Grund. Es handelt sich um ein Exemplar aus der gesuchten „Blackboard“ (Schultafel)-Serie, der er sich in Rom zwischen 1966 und 1971 widmete. Eingeliefert hat hier die prominente Sammlerin und Philantropin Audrey Irmas aus Los Angeles. Sie erwarb das Werk vor 25 Jahren für 3.85 (in heutigem Wert sieben) Millionen Dollar aus der Saatchi-Sammlung.

Twomblys Markt erfuhr nach seinem Tod im Jahr 2011 eine Neubewertung. Jetzt werden schon über 60 Millionen Dollar für die Rarität erwartet. Auch Andy Warhol darf nicht fehlen. Für das Großformat „Mao“ (1972), das sich bis 2007 in der Sammlung von François Pinault befand, fand Sotheby’s im Voraus über ein sogenanntes unwiderrufliches Gebot bereits einen festen Abnehmer, die Erwartung lautet hier über 40 Millionen Dollar.

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Fester Abnehmer für den großen Vorsitzenden

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Ein Lichtenstein aus der Sammlung Ströher

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