Prag
Magie und Männleinlauf

Kafka kann warten. Jedenfalls die gleichnamige Buch- und Musikalienhandlung rechts von uns, hinter mosaikartig verbundenen silber- und dunkelgrauen Pflastersteinen. Dort, in "Kafkas Bookstore", gibt?s alles über den Dichter zu kaufen und sehr gut sortierte klassische Musik.

Auch Mucha muss sich gedulden, jedenfalls das Museum des Jugendstil-Malers und legendären Werbegrafikers Alfons Mucha, der 1939 im Alter von 79 Jahren in Prag starb. Er arbeitete einst für Nestlé oder Moët&Chandon. Der Museumsshop ist eine Fundgrube für alle Jugendstil-Liebhaber auf der Suche nach hübschen Souvenirs und Geschenken!

Noch verkneifen wir es uns auch, vor der Prager Astronomischen Uhr am Rathaus auf das "Männleinlaufen" zu warten, zu dem sich unter den Klängen des Glockenspiels Apostel-, Judas- und Christusfiguren aus der Uhr drehen.

Das alles hat Zeit. Jetzt braucht der halbe Liter Krusovice-Bier unsere ganze Aufmerksamkeit, der entspannte Blick auf den Altstädter Ring und das Denkmal des Nationalhelden Jan Hus, dessen Kopf eine Taube auf ihre Art entweiht.

Unser Bier müssen wir zügig trinken, sonst wird es warm. Denn gegen die Novemberkälte, durch die von Zeit zu Zeit Schneeregen sichelt, haben die Wirtsleute am Altstädter Ring Heizkörper unter die überdachten Veranden gestellt.

Von hier aus führt die Pariser Straße (Parízská) bis zur Moldau. Sie strahlt buchstäblich französisches Flair aus - großglobale Mode- und Luxusmarken (Boss, Montblanc, Rolex, Dior, Louis Vuitton, Cardin und Lacoste) sind präsent, teils im Ensemble liebevoll restaurierter Wohn- und Geschäftshäuser. "Die Prager Pariser", sagt jemand staunend, "könnte so was wie die Münchener Maximilianstraße werden."

Neben den unvermeidlichen Globalmarken sind - nicht nur in der Parízská - aber auch Porzellan- und Kristallmarken vertreten, die das böhmische Kunsthandwerk berühmt gemacht haben. Wir bestaunen bei "Moser" , "Celetna Crystal" und in der wunderbaren ehemaligen Apotheke "Schnöblingova" avantgardistisches Design, aber auch das kitschnahe 38-teilige Geschirr für satte 95 000 Kronen oder 3 250 Euro.

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