Kultur + Kunstmarkt
Projekt „Volkspalast“ - Vor dem Abriss ziehen Künstler ein

dpa BERLIN. Vor dem Abriss des Berliner Palastes der Republik ziehen vom nächsten Wochenende an erst einmal Künstler in das asbestsanierte Gebäude ein. Beim dreimonatigen Kunstprojekt „Volkspalast“ wird der seit 1990 geschlossene Palast von Regisseuren und Choreografen wie Sasha Waltz und Ruedi Häusermann genutzt.

Der vom Bundestag beschlossene Abriss des Palastes der Republik am Berliner Schlossplatz, in dem unter anderem die DDR-Volkskammer untergebracht war, soll 2005 beginnen.

Auch die Berliner Festspiele kündigten an, den entkernten Palast bespielen zu wollen. So will Frank Castorf dort eine Theaterfassung von Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ zeigen. Der „Volkspalast“ öffnet am 20. August mit einer Raumerkundung und einem Ball, bei dem Choreografen mit jeweils 300 Teilnehmern ein Tanzstück einüben.

„Es gibt keinen Grund, das Gebäude abzureißen“, sagte „Volkspalast“-Initiatorin Amélie Deuflhard am Mittwoch. „Lasst ihn einfach stehen bis ihr mit Euren Planungen soweit seid“, forderte sie von den Politikern. Anstelle des Palastes soll das Hohenzollern- Stadtschloss mit historischer Fassade wieder errichtet werden. Im Moment ruhen allerdings die Planungen mangels Geld bei Bund und Land.

Einer der Höhepunkte des „Volkspalast“-Projekts wird die Flutung eines Teils des Gebäudes für die Inszenierung „Fassadenrepublik“ sein. Mit Schlauchbooten bewegen sich die Besucher dann auf der Wasserfläche durch eine labyrinthische künstliche Stadt. Die Schaubühnen-Coleiterin Waltz vermisst mit „Dialoge 04“ die Räume des Palastes neu. Häusermann versetzt die Besucher seines Stücks „Richtfest“ in das Jahr 1975. Schauspieler wie Josef Bierbichler werden dabei kleine Gruppen durch das damals kurz vor der Eröffnung stehende Haus führen.

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