Prominentenbonus nutzt sich schnell ab
Promis stolpern mit ihren Bars in die Pleite

Es sind schon ganz andere gescheitert am harten Pflaster der Hauptstadt: Ende der 90er-Jahre eröffnete der langjährige Klatschkolumnist der Bunten, Michael Graeter, am Berliner Kurfürstendamm auf zwei Etagen das Café "Extrablatt", eine Kopie des Münchener Cafés - mit Live-Videoübertragungen aus der Herrentoilette. Trotz derlei Extravaganzen blieben die Gäste aus, das "Extrablatt" musste nach kurzer Zeit dichtmachen.

Auch der "Planet Hollywood", den Sylvester Stallone und Bruce Willis Ende der 90er-Jahre im noblen Quartier 206 an der Friedrichstraße eröffneten, verließ bald seine irdische Umlaufbahn. Den deutschen Promis aus Film und Funk, die sich im neuen Millennium gastronomisch in Szene setzen, geht es kaum besser. Der Pleitegeier nistet sich in ihren Bars ein.

So lässt sich die szenige "Seven Lounge" von Moderatorin Mo Asumang seit Januar nur noch virtuell besuchen. Den Abschied verschönert auf der Netzseite ein Strauß weißer Rosen. Dabei schien alles zu stimmen: der Ort (Berlin Mitte), der Raum mit weißen Lederliegen für die Nachtschwärmer, die Cocktails. "Der Hauptgrund für das Aus liegt in der viel zu hohen Mietforderung meines Vermieters aus Süddeutschland", erklärt Mo Asumang. "2 600 Euro für 114 Quadratmeter gastronomisch nutzbare Fläche sind in dieser Lage einfach zu viel!"

Nach fünf Jahren als Bar-Verantwortliche ist Mo Asumang froh, nun endlich mal abschalten zu können. Auch das Mobiltelefon. Der Promi-Status habe ihr bei der Eröffnung der Lounge geholfen. "Das hat damals einige Tausend Werbe-DM gespart," sagt die quirlige Moderatorin. Aber spätestens nach einem Jahr vergleichen Gäste Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis. Und da schlägt dann auch eine hohe Miete zu Buche. Die "Seven Lounge" sei aber nicht völlig tot, deutet Mo Asumang an. Demnächst werde unter dem gleichen Namen wieder eine Bar eröffnet. Aber an einem anderen Ort.

Für den TV-Schauspieler Klaus J. Behrendt, derzeit der Kanzler in einer ZDF-Serie, mussten gleich Superlative her: Die größte Bar Berlins richtete er am zentralsten Punkt der Stadt ein, und zwar in den S-Bahn - Bögen am Hackeschen Markt: "Zucca". 360 Quadratmeter in einer Gegend, in der mittlerweile fast jedes zweite Ladenlokal gastronomisch genutzt wird - selbst für einen Kneipen-Profi dürfte dies kein einfaches Stück Arbeit sein.

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