Pulitzer-Preis
Lokalzeitung überzeugt die Jury

Ebola, Ferguson und Lobbyismus gehören zu den Themen der Beiträge, die die Jury des diesjährigen Pulitzer-Preises im Feld Journalismus auszeichnet. Doch auch ungeklärte Todesfälle von Frauen rücken ins Rampenlicht.
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New YorkEine Reportage über ungeklärte Todesfälle von Frauen in South Carolina hat den diesjährigen Pulitzer-Preis bekommen. Die Zeitung „The Post and Courier“ aus Charleston bekam am Montag in New York den Preis in der Sparte „Dienst an der Öffentlichkeit“ zugesprochen, der als Königskategorie gilt.

Der Artikel „Bis dass der Tod uns scheidet“ der Regionalzeitung aus Charleston hinterfragt die Tode von mehr als 300 Frauen innerhalb von zehn Jahren, die nicht oder nur halbherzig untersucht worden seien. Zu oft, sagen die Reporter nach den Recherchen, seien ungeklärte Umstände im Spiel gewesen, ohne dass sich Polizei und andere Behörden zu sehr dafür interessiert hätten. Der Artikel habe das Thema auf die Tagesordnung der Politik in South Carolina gebracht, lobte die Preisjury.

Der Preis wurde zum 99. Mal vergeben. Den Pulitzer-Preis gibt es in 21 Sparten, 14 davon sind für journalistische Arbeiten. Zu den wichtigsten Kategorien gehört auch „Investigativer Journalismus“. Dort gingen die Preise an das „Wall Street Journal“ für einen Beitrag über Patientendaten bei Krankenversicherungen und an die „New York Times“, die die Macht von Lobbyisten im Kongress in Washington beschrieben hat.

Drei Pulitzer-Preise für die „New York Times“

Das „Wall Street Journal“ hatte Krankenversicherten Zugang zu ihren eigenen Daten verschafft. Offengelegt wurden dabei Verschwendung und Missmanagement und ein sorgloser Umgang mit Daten. Die „New York Times“ hatte in einer Serie aufgezeigt, wie sehr die Gesetzgebung in Washington von Lobbyisten beeinflusst wird, die die Entscheidungen der Volksvertreter manipulieren.

Die Redaktion der „New York Times“ wurde dieses Jahr außerdem kollektiv für ihre Berichterstattung über die tödliche Ebola-Epidemie in Westafrika geehrt. Darüber hinaus wurde der freie Fotograf Daniel Berehulak für seine Fotos zur Ebola-Epidemie ausgezeichnet.

Den Pulitzer-Preis für Nachrichtenfotos erhielten die Fotografen der "St Louis Dispatch" für ihre Abdeckung der Unruhen in Ferguson, nachdem dort ein weißer Polizist einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen erschoss.

Von den 15 Preisen, die für journalistische Arbeiten vergeben wurden, gingen allein drei an die „New York Times“ und zwei an die „Los Angeles Times“. Unter den ausgezeichneten Zeitungen waren aber auch Regionalblätter wie eben der „Post and Courier“ und die „St. Louis Post“, außerdem die „The Buffalo News“.

Neben den Pulitzer-Preisen für Journalismus wurden auch Auszeichnungen in den Bereichen Poesie, Fiktion, Theater und Musik verliehen. So ging der Pulitzer im Bereich Belletristik an Anthony Doerr für seinen Roman "Alles Licht, das wir nicht sehen", während David Kertzer den Biographie-Preis für sein Buch über Papst Pius VI. und Mussolini erhielt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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