Quittenbaum
Hohe Zuschläge für Wiener Jugendstil

Ein Gemälde von Gabriele Münter sowie seltene Jugendstilmöbel und-objekte spielten bei der Auktion "Tischkultur", die Quittenbaum Kunstauktionen in München am 7. Dezember veranstaltete, sechsstellige Preise ein.
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MÜNCHEN. Einen Rekordpreis erzielten zwei mit Intarsien verzierte Stühle von Koloman Moser von 1904 im Münchener Auktionshaus Quittenbaum. Um die feinen Möbel aus dem Wiener Jugendstil bemühten sich etliche Saalbieter. Ein Händler setzt sich schließlich in Kundenauftrag bei 210.000 Euro durch (Taxe 40.000 bis 50.000 Euro). Die hochrechteckigen Stühle von 1904 gehören zu einem Ensemble, von dem die Mehrzahl der Möbel im Bestand des Badischen Landesmuseum Karlsruhe ist. Gleich zu Beginn reüssierte in der 7. Ausgabe der jährlichen Auktionsreihe "Höhepunkte der Designgeschichte" ein Ölbild von Gabriele Münter aus dem Jahr 1935. Ihr "See am Ostertag" das wohl den Blick über den Staffelsee in kräftiger Farbpalette zeigt, sicherte ein im Auftrag bietender Händler einem Sammler für 190.000 Euro (netto) Zuschlag. Für das aus Privatbesitz stammende Gemälde waren 130.000 bis 160.000 Euro erwartet worden.

Antikisierende Akte

Beachtlich ist auch der Zuschlag von 40.000 Euro für eine rare trompetenförmige Metallblumenvase von Josef Hoffmann, das in sein Heimatland geht, ein deutscher Sammler sicherte sich Hoffmanns Klassiker, das schwarz-gold gestreifte Frühstücksservice "Merkur" für 12.500 Euro. (6.000 - 7.000). Einen bemerkenswerten Preis von 38.000 Euro erzielte ein extrem seltenes, sehr skulpturales silbernes Leuchterpaar nach einem Entwurf von Adolph Amberg, das nun eine deutsche Privatsammlung bereichert. Das in antikisierendem Stil dargestellte nackte Paar ist ein herausragendes Beispiel des deutschen Jugendstils (Taxe 29.000 - 34.000).

Musealer Wasserkessel

Viele deutsche Sammler und Händler beteiligten sich engagiert in der Auktion, aber auch zahlreiche Bieter vor allem aus den europäischen Nachbarländern wie Schweiz, Österreich und Italien. Unter den Bietern aus Übersee waren auch etliche Institutionen, die nicht nur als Käufer, sondern auch als engagierte Unterbieter auftraten. In ein US-Museum geht die Tischleuchte "Psyco" die die italienischen Designer Colombini & Guzzetti 1971 für den italienischen Hersteller Lamberti entwarfen. Sie spielte 7.000 Euro ein. Ebenfalls in ein Museum in den Staaten ein seltener Heißwasserkessel von Wilhelm Wagenfeld der am Bauhaus entstand (Zuschlag 15.000 Euro). Insgesamt setzte Auktionator Askan Quittenbaum in der Auktion mit 370 Losen rund 810.000 Euro Zuschlagssumme um.

www.quittenbaum.de

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