Quittenbaum
Investitionen in herausragendes Design

Jugendstil verkauft sich sehr gut. Das erlebte das Münchener Auktionshaus Quittenbaum anlässlich seiner 100. Versteigerung. Beim Design waren nur seltene oder dekorative Objekte gefragt.
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MünchenNur in einer Ausführung ist das silberne Tee- und Kaffeeservice von Henry van de Velde bekannt, das bei der 100. Auktion von Quittenbaum Kunstauktionen den höchsten Zuschlag einspielte. Ein deutscher Sammler setzte sich am 6. Dezember mit gebotenen 125.000 Euro (ohne Aufgeld) gegen ein deutsches Museum durch. Schnell kletterte der Preis auf die doppelte Taxe.

Das fünfteilige Service ist wohl das erste Silberservice, das van de Velde 1902/03 nach seiner Übersiedlung nach Weimar schuf. Es ist auch anzunehmen, dass es sich um die erste Metallarbeit des Künstlers in Weimar handelt, vermutet Geschäftsinhaber Askan Quittenbaum. Erst 2009 wurden die Entwurfszeichnungen van de Veldes für das Service veröffentlicht.

Bei der Auktion waren vor allem die Lose der Jugendstil-Offerte gut nachgefragt, darunter auch eine seltene Steinzeugvase von van de Velde. Der Zuschlag von 16.000 Euro ging an einen deutschen Jugendstilsammler, der damit mehr als die doppelte Taxe bewilligte. Ein amerikanischer Händler sicherte sich für hohe 6.400 Euro eine seltene Majolikavase mit Goldmosaik von Max Laeuger, einem der großen Keramikkünstler des 20. Jahrhunderts. Der Schätzpreis lag bei 2.800 bis 3.500 Euro.

Wählerisch beim Design

Selektiv agierten die Käufer beim Designangebot. Hier reüssierten seltene Werke großer Namen des 20. Jahrhunderts oder dekorative Stücke. Werner Pantons Deckenleuchte „SP 1“ in psychedelisch rot-violetten Farbtönen aus dem Jahr 1970 brachte etwa mit 5.000 Euro mehr als die doppelte Taxe ein. Aus der zwischen 1960 bis 1965 errichteten „Hoeksteen‘-Kirche in Uithoorn stammt die Kirchenbank, für die ein deutscher Händler im Auftrag eines Sammlers 11.000 Euro bewilligte. Damit übertraf die Bank die Erwartungen. Mit ihren Seitenlehnen wirkt sie auch einladender als manch andere Kirchenbank. Das Stück gehörte zu einem der letzten Ensembles, die Gerrit Th. Rietveld vor seinem Tod realisierte.

Klassische Eleganz strahlt die Stehleuchte des französischen Designers Jacques Adnet aus, die er in den vierziger Jahren entwarf. Nun ziert sie das Heim eines deutschen Sammlers, der 5.300 dafür bewilligte (4.000 bis 5.000 Euro). Marcel Breuers Metall-Liegestuhl "313" wurde für 18.000 Euro innerhalb seiner Erwartung eingehämmert, ein Preis, der sich auf dem internationalen Markt gut behaupten kann.

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