Quittenbaum
Premiere für eine „Wohnmaschine“

Ein elegantes Service von Henry van de Velde gehört zu den Top-Stücken der Jubiläumsauktionen bei Quittenbaum. Außerdem lockt das Münchener Auktionshaus mit Eierschalenporzellan und Glas der Gebrüder Daum.
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MünchenZum 100. Auktionsjubiläum bringt Quittenbaum in München drei Kataloge mit einer reich bestückten und qualitätvollen Offerte zum Aufruf. Zwei Privatsammlungen mit Porzellan der Manufaktur Rozenbrug und Glas aus der Manufaktur Daum Frères sind am 6. Dezember dabei. Sie zeichnen sich durch höchste Kennerschaft und rare Werke aus. Der Katalog „Künstler – Designer – Architekten“ hat 300 Lose und macht deutlich, wie bedeutend vor allem Architekten für das Produkt- und Möbeldesign des 20. Jahrhunderts waren.

Elegant Tee trinken

Zu den Top-Stücken gehört das silberne Tee- und Kaffeeservice „Service I“ von Henry van de Velde. Das Service mit der eleganten Linienführung war bisher weder in einem Museum noch in einer Privatsammlung dokumentiert. 2009 wurden erstmals Entwurfszeichnungen veröffentlicht. Soweit bekannt, konnten die Industriellenfamilie Esche und ihre Gäste Tee und Kaffee aus dem Service genießen; sie besaßen ein Modell davon. Van de Velde entwarf für die Familie ihre Chemnitzer Villa mitsamt Interieur und privaten Gebrauchsgegenständen. 60.0000 bis 70.000 Euro lautet die Taxe für das rare Service, das sich in den letzten drei bis vier Jahrzehnten in einer privaten Sammlung befand.

Mies van der Rohe gehört zweifelsohne zu den großen Architekten des 20. Jahrhunderts. Er entwarf, teils in Kooperation mit Lilly Reich, auch zahlreiche Möbelikonen wie den berühmten Freischwinger MR-10. Das von Quittenbaum offerierte Exemplar schenkte er persönlich dem Architekten Herbert Hirche. 10.000 bis 12.000 Euro werden für den Stuhl erwartet, dessen Fertigung vor 1934 gesichert ist. Hirche studierte bei Mies van der Rohe am Bauhaus und arbeitete Ende der dreißiger Jahre in dessen Büro.

Das Angebot umfasst darüber hinaus ausgewählte Stücke von Carlo Mollino, Poul Kjaerholm und zahlreichen anderen Entwerfer-Legenden. Noch nie auf dem Auktionsmarkt angeboten wurde die Wohneinheit „Mobile Totale“ der italienischen Architekten Titina Ammanati und Giampiero Vitelli (1965). In ihrem Entwurf feiert sie die Idee einer „Wohnmaschine“. Die Erwartungen liegen bei 18.000 bis 22.000 Euro.

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