Ralph Gierhards Antiques
Neueröffnung in repräsentativer Lage

Ralph Gierhards ist mit seinem Antiquitätenhandel auf Düsseldorfs noble Königsallee gezogen. Dort zeigt der junge Händler, welche Ausstrahlung französische Wohnkultur und Kunst entfalten kann.
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DüsseldorfSichtbarer werden – das ist die Devise für den deutschen Antiquitätenhandel, der seit vier Jahrzehnten auf dem Rückzug ist; jedenfalls gemessen an der Präsenz des Handels mit moderner und insbesondere zeitgenössischer Kunst. Eine junge Generation von Händlern scheint für diese schon lange eingeklagten Erfordernisse ein gutes Gespür zu haben. Das jedenfalls signalisieren die Neueröffnungen von Julian Schmitz-Avila in Bamberg (Siehe Handelsblatt vom 20.7.) und Ralph Gierhards in Düsseldorf.

Auf der noblen Königsallee wird Ralph Gierhards Mitte September seine neuen Räumlichkeiten in Betrieb nehmen. Er führt das von seinem Vater Erwin 1977 gegründete Geschäft seit Januar 2004. Zuletzt war Gierhards auf der Benrather Straße im Carlsviertel angesiedelt. Nun befindet er sich in einer Nachbarschaft von unwiderstehlicher Anziehungskraft: nebenan residiert die alt eingesessene Galerie Paffrath, unten die Konfiserie Leysieffer. Gierhards selber ist auf der dritten Etage zu finden, in den ehemaligen Wohnräumen der Galerie Vollmer, deren Firmenname noch auf der Fassade prangt.

Faible für vergoldete Bronzebeschläge

Gierhards eröffnet am 14. September mit einem Programm, das nicht nur mit dem besonderen Schwerpunkt auf Skulpturen einen neuen Akzent innerhalb der schon vom Vater gepflegten französischen Wohnkultur und Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts setzt. Der junge Händler hat auch seine Website ästhetisch und kundenfreundlich überarbeitet. Übersichtlich nach Kategorien sortiert ist dort eine große Zahl von Objekten zu finden, von klassischer französischer Möbelkunst über Terrakotten und Bronzen bis hin zu emaillierten Vasen aus der Jugendstil- und Art Déco-Zeit.

In den stilvoll renovierten und mit grauer Eiche parkettierten Räumlichkeiten fällt eine lebensgroße, nur spärlich bekleidete Dame aus Terrakotta besonders ins Auge. Sie liegt wie hingegossen auf einem mit Tigerfell bedeckten Schlafsofa (Méridienne) und überprüft ihre Frisur. Das patinierte Ensemble, das in Frankreich um 1800 entstand, soll 65.000 Euro kosten. Zu den Prachtstücken unter den Möbeln gehört die Dresdener Rokokokommode für 220.000 Euro. Eine Rarität von raffinierter Eleganz sind die vergoldeten Bronzebeschläge, die Joseph Deibel (Dresden 1716-1793) zuzuschreiben sind. Dazu passt ein stilistisch ähnlicher Schreibschrank aus der Zeit um 1750/60.

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