Raubkunst
Fahndung mit Hindernissen

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Land Berlin haben ihren Bestand an Klassischer Moderne auf Raubkunst überprüft. Drei von 450 Werken wurden ihren jüdischen Eigentümern abgenommen. In 61 Fällen war die Herkunft nicht lückenlos zu klären.
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BerlinDas spektakuläre Verfahren um die Restitution von Ernst Ludwig Kirchners berühmtem Gemälde „Berliner Straßenszene“ (1913) aus den Beständen des Berliner Brücke-Museums im Sommer 2006 sensibilisierte alle Beteiligten. Dennoch dauerte es fast fünf Jahre, bis die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) die entsprechenden Mittel für eine systematische Erforschung ihres Moderne-Bestandes  zusammen hatte. Er stammt aus der ehemaligen Galerie des 20. Jahrhunderts und bildet heute als Dauerleihgabe den Kernbestand der Neuen Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts.

Die pro-aktive Forschung ist wichtig im Sinne der Washingtoner Erklärung von 1998. Sie fordert alle öffentlichen Museen dazu auf, ihre Bestände auf mögliche NS-verfolgungsbedingt entzogene Werke zu überprüfen, und nicht erst als Reaktion auf eine konkrete Restitutionsforderung hin.

Klassische Moderne vollständig überprüft

Gemeinsam mit dem Land Berlin hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) nun mit zwei Forscherinnen ein beeindruckendes dreijähriges Projekt zur Abklärung von NS-Raubkunstverdacht abgeschlossen, eines der bislang umfangreichsten Provenienzforschungsprojekte in Deutschland. Erst kürzlich präsentierten Hermann Parzinger, der Präsident der SPK, und Tim Renner, der Berliner Kulturstaatssekretär, die Ergebnisse in Berlin. „Wir möchten keine Objekte in unseren Sammlungen behalten, die nicht rechtmäßig dorthin gelangt sind“, bekräftigte Parzinger. Das Ziel sei, sukzessive alle Bestände der Museen zu untersuchen, die zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehören. Der Bereich der Klassischen Moderne in Landeseigentum ist jedoch nach Angaben Renners „vollständig überprüft“.

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