Raubkunst
Händler-Karrieren in der NS-Zeit

Eine Ausstellung in Berlin stellt die Händler und Auktionshäuser vor, die mit geraubter Kunst aus jüdischen Sammlungen gut verdienten.

Berlin Der Berliner Kunstmarkt war von 1900 bis 1933 der wichtigste europäische Markt für Altmeistergemälde und zeitgenössische Kunst - neben London und Paris. In der Mehrzahl wurde er von jüdischen Händlern geprägt, deren internationale Geschäftsbeziehungen den Marktplatz lebendig hielten, sogar in der Inflationsphase 1922 bis 1924.

Ab 1927 war Berlin ein attraktiver Handelsort auch für ausländische Galerien wie Bottenwieser (New York), Seligmann (Paris) oder Bachstitz (Den Haag), die in der Spreestadt Dependancen unterhielten. Auch umgekehrt florierte der Handel: Die auf Alte Meister und russische Avantgarde spezialisierte Galerie van Diemen hatte Niederlassungen in New York und Amsterdam.

Die Nobelhändler hatten teure Residenzen im Tiergartenviertel, während die Moderne-Händler sich im preiswerteren Lützowviertel formierten. 281 Kunsthandelsfirmen sind in Adressbüchern des Jahres 1933 registriert, 1936 sind es nur noch 152.

Diese Zahlen nennt eine gelungene Ausstellung im Centrum Judaicum in der Stiftung Neue Synagoge Berlin. Unter dem Titel "Gute Geschäfte" beleuchtet sie den Kunsthandel im Berlin der Jahre 1933 bis 1945 (bis 31.7.). Auf Tafeln und in Katalogbeiträgen werden 14 Kunsthändler und Auktionatoren als symptomatische Zeitfiguren herausgestellt. Es ist eine Schau, in der die mit Karteikästen und Auktionskatalogen ausgebreitete "Flachware" den Blick auf Opfer und Profiteure der nationalsozialistischen Kunstpolitik lenkt.

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