Reise durch Afghanistan, von Samira Makhmalbaf
Neu im Kino: "Fünf Uhr am Nachmittag"

Sie ist erst 24 und hat schon eine steile Karriere hinter sich: Samira Makhmalbaf aus Teheran. Drei Filme machte sie bisher, sie liefen bei den großen Festivals und heimsten Preise ein.

Ihren neuen Film (Jury-Preis in Cannes) drehte sie in Afghanistan nach dem Sturz der Taliban. Im Mittelpunkt: Noqreh. Die junge Frau lebt mit ihrem Vater im zerbombten Kabul. Ihr Vater ist ziemlich konservativ. Um ihn nicht zu enttäuschen, sagt sie ihm, sie besuche eine Koran-Schule, eine jener erzkonservativen Schmieden fundamentalistischen Zuschnitts. In Wirklichkeit geht sie in eine neue, moderne Schule für junge Frauen.

Auf dem Weg dorthin zieht sie in einer unbeobachteten Ecke die unansehnlichen Schuhe aus, die sie zu Hause trägt, und schlüpft in farbenfrohe hochhackige Schuhe - ein schönes Symbol für die beiden Welten, die konservative und die moderne, zwischen denen sie sich bewegt. Noqreh will aber mehr: Präsidentin des Landes will sie werden. Warum eigentlich nicht? Sie spielt mit der Idee, holt in einer wunderbaren Mischung aus Unschuld, Naivität, Neugier und Überzeugung Informationen darüber ein, wie andere Präsidenten das so machen.

Am Ende wird sie dann doch mit dem Vater Kabul verlassen, irgendwohin, wo es, vielleicht, besser ist. Der Film überzeugt durch seine poetische Sprache, seine malerischen Bilder (das Blau der Kleider gegen die gelb-braune Landschaft), seine Sympathie für die Menschen. Eine eindrucksvolle Reise durchs Afghanistan von heute.

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