Renommierter britischer Literaturpreis
Indische Autorin gewinnt Booker-Preis

Die indische Autorin Kiran Desai, die mit dem renommierten britischen Booker-Preis ausgezeichnet wurde, hat sich in ihrer Dankesrede an ihre Mutter Anita Desai gewandt, die ebenfalls ein bekannte Schriftstellerin ist. Ihr hatte Kiran Desai das ausgezeichnete Buch „Erbin des verlorenen Landes“ gewidmet.

HB LONDON. Die indische Schriftstellerin Kiran Desai ist mit dem renommierten britischen Booker-Preis ausgezeichnet worden. Die 35-Jährige erhielt den Preis am Dienstagabend in London für ihren Roman „The Inheritance of Loss“. Desai ist die jüngste Schriftstellerin, die bislang mit dem Booker-Preisgewürdigt wurde. Auf Deutsch ist der Roman, in dem es unter anderem um die erwachende Liebe einer 16-Jährigen in der Bergwelt des Himalaja geht, Ende August im Berlin Verlag unter dem Titel „Erbin des verlorenen Landes“ erschienen.

Der mit 50 000 Pfund (75 000 Euro) dotierte Booker-Preis gilt als eine der begehrtesten Auszeichnungen für englischsprachige Literatur. Desai sei sich - wie die Autoren Naipaul, Narayan und Rushdie - ihres anglo-indischen Erbes bewusst und leiste gleichzeitig Pionierarbeit, hieß es in der Begründung der Jury. „Sie nimmt die Traditionen auf und schafft etwas völlig Neues und Einzigartiges“, erklärten die Preisrichter weiter. Der Roman sei bewegend und stark in seiner Menschlichkeit.

„Erbin des verlorenen Lebens“ erzählt parallele Geschichten im postkolonialen Indien und in den USA Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Zum einen geht es um einen gebildeten Richter, der in den Ausläufern des Himalayagebirges einen einsamen Ruhestand verbringt und durch die Ankunft seiner verwaisten Enkelin im Teenager-Alter in die Realität zurückgeholt wird. Außerdem erzählt Desai die Geschichte eines in New York als illegaler Immigrant lebenden Inders, der sich als Hilfsarbeiter durchschlagen muss.

Die 35-Jährige, deren Mutter Anita Desai ebenfalls eine bekannte Schriftstellerin ist, hat die ersten 15 Jahre ihres Lebens mit ihrer Familie in Indien verbracht. Von dort ging sie nach Großbritannien, um ihre Schulausbildung abzuschließen. Heute studiert Desai an der Columbia Universität von New York Kreatives Schreiben. An ihrem jetzt ausgezeichneten zweiten Roman hat Desai acht Jahre gearbeitet. 1998 war „The Hullaballoo in the Guava Orchard„ erschienen, für das sie den Betty Trask Award erhielt. (Deutsch: „Der Guru im Guavenbaum“, Berlin Verlag)

Seite 1:

Indische Autorin gewinnt Booker-Preis

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%