Ressler Kunst Auktionen
Debüt eines alten Hasen

20 Jahre war der Name Otto Hans Ressler mit dem Auktionshaus „im Kinsky“ verbunden. Nun veranstaltete der 65-Jährige seine erste Auktion unter eigener Regie. Das Ergebnis hat die Erwartungen nicht ganz erfüllt.
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WienDer Bezirk Favoriten ist Wiens bevölkerungsreichster Stadtteil und ein traditionelles Arbeiterviertel mit hohem Ausländeranteil. Dennoch hat sich hier die Kunstszene längst etabliert. In der ehemaligen Brotfabrik, die 2009 an einen Immobilienentwickler verkauft wurde, siedelten sich im Laufe der Jahre der Galerist Ernst Hilger („BROTKunsthalle / Hilger NEXT), die Designexperten Lichterloh („Design Art Antiques) und Fotospezialist Peter Coeln („Galerie OstLicht“) an.

Seit Herbst vergangenen Jahres ist dort auch die Ressler Kunst Auktionen GmbH beheimatet, gegründet von Otto Hans Ressler, der sich Mitte 2013 nach 20 Jahren im Auktionshaus „im Kinsky“ in die Pension verabschiedet hatte. Zu den Geschäftspartnern des 65-Jährigen gehören neben Peter Coeln noch ein Immobilienentwickler und ein Finanzberater.

Moderate Schätzpreise

Am Abend des 2. März 2015 gab Ressler unter eigener „Firmenfahne“ im dicht befüllten Auktionsloft sein Versteigerungsdebüt. Der Anteil an Schaulustigen hielt sich in Grenzen. Gekommen waren nicht nur Vertreter der Konkurrenz, sondern vor allem Sammler, Galeristen und Kunstkäufer, die angesichts der teils sehr moderat angesetzten Rufpreise auf ein Schnäppchen hofften. Angeboten wurden Kunst der Klassischen Moderne und der Generation nach 1945, insgesamt rund 160 Positionen hauptsächlich österreichischer, aber auch deutscher, französischer oder amerikanischer Herkunft. Für den heimischen Kernbereich strebt Ressler mittelfristig nicht weniger als die Marktführerschaft hierzulande an.

Auktionsrekord für Hermann Nitsch

Mit einem Hammerpreis von 100.000 Euro (125.000 Euro mit Aufgeld und Folgerecht) für ein Schüttbild von Hermann Nitsch aus dem Jahr 1983 gelang der Start bravourös mit einem neuen Auktionsrekord für den Künstler; wiewohl er von einem der Geschäftspartner für dessen Privatsammlung bewilligt wurde.

Den gleichen Wert deponierte ein übers Telefon zugeschalteter amerikanischer Bieter für Cindy Shermans „Untitled film still #83“ (Edition 7/10). Er setzte sich gegen 13 Konkurrenten durch (Kaufpreis 125.000). Zum Vergleich: 2012 erzielte der Silbergelatine-Abzug Nummer 1/10 bei Sotheby’s in New York umgerechnet rund 116.000 Euro netto.

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