Rezension Boyle-Neuwerk
Töten, um zu überleben

Darf man Tausende profane Organismen töten, nur um ein seltenes Tier vor dem Aussterben zu retten? Im neuen Roman des Autors T. C. Boyle geht es um die Frage, wie weit der Mensch beim Naturschutz gehen darf. Eine Kritik.
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DüsseldorfEs ist extrem schwer, Menschen, Tiere und Pflanzen in Einklang zu bringen - vor allem, weil die Naturschutz-Maßnahmen schwierige moralische Fragen aufwerfen. T.C. Boyle hat das Thema in seinem famosen neuen Roman prächtig beschrieben.

Welches Leben ist mehr wert? Das einer Ratte oder das eines seltenen Vogels? Darf man Tausende Ratten töten, um auf einer Insel das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen? Um vom Aussterben bedrohte Arten zu retten? Solche Fragen sind es, die T.C. Boyle in seinem neuen Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“ angeht und auf eine unnachahmliche Weise beantwortet.

Es ist der große Klimawandel im Kleinen, den er beschreibt. Und selbst hier erscheint eine Lösung des Problems unmöglich – weil die Menschen eben so sind, wie sie sind.

Viele Romane fangen das Leben aus einem Grund nicht so recht ein: Weil es mit der Moral, dem Gut und Böse, eben so eine komplizierte Sache ist. Boyle ist ein Großmeister darin, diesen Mangel aufzuheben.

In der Geschichte von T.C. Boyle geht es um die Wissenschaftlerin Alma, die sich auf die Rettung selten gewordener Tiere und Pflanzen spezialisiert hat. Die Mittdreißigerin hat dank ihres unermüdlichen Engagements, aber auch wegen eines gut geölten Netzwerkes in Politik und Justiz, großen Einfluss.

Seite 1:

Töten, um zu überleben

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Gott wird den Menschen nicht helfen

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