Rezension
Rätselhafter Tod auf dem Bahngleis

Die Figuren in Andreas Maiers Roman "Kirillow" berauschen sich an Alkohol, Drogen und ihrem vermeintlich philosophischen Geschwätz. Die Studentenclique spürt das "Gefühl, in einer Endzeit zu leben".

Wortführer Nagel propagiert auf einer Bootsfahrt den Freitod. Seine "Inspiration" bezieht er aus einem Traktat des russischen Intellektuellen Kirillow. Die Gruppe reist nach Gorleben, um einen Castor-Transport zu empfangen. Der introvertierte Kober stirbt auf dem Bahngleis. Ein Märtyrer? Ein Unfall? "Kirillow" ist ein Kunstprodukt des Theoretikers Maier, der einst über Thomas Bernhards Prosa schrieb: "Es war festzustellen, dass der Wahrheitswille in nicht unerheblichem Maße bloß behauptet und vor allem taktischer Natur war und die Katastrophen mitunter offenbar einfach inszeniert wurden." Besser lässt sich auch dieser Roman nicht auf den Punkt bringen.

Andreas Maier: Kirillow Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2005, 352 Seiten, 19,80 Euro

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%