Rio de Janeiro: Nackte Haut und Sambarhythmen

Rio de Janeiro
Nackte Haut und Sambarhythmen

Viel nackte Haut, fantasievolle farbenprächtige Kostüme, tolle Choreografien und heiße Sambarhythmen haben beim Karneval in Rio zehntausende Menschen zur Ekstase getrieben. Auch ein starker Sommerregen konnte zum Abschluss der „größten Party der Welt“ die Gemüter nicht abkühlen.

HB RIO DE JANEIRO. „Nur die Geburt meiner Töchter hat mich so bewegt“, sagte etwa Argentiniens Fußballlegende Diego Maradona (45). Auch der deutsche Fußballnationalspieler Kevin Kuranyi, der in Brasilien aufgewachsen ist, feierte ausgelassen mit. „Die Menschen schwebten“, schrieb die Zeitung „Estado“. Am letzten Defilee nahm nach Sonnenaufgang der US-Musiker Quincy Jones teil. „Das ist ein unglaubliches Fest. Der Karneval hier wird immer besser. Ich war bereits vor 1956 in Rio“, sagte Jones, der auf einem Allegorie-Wagen der Sambaschule Portela trotz anfänglicher Höhenangst bald auch die schwierigsten Sambaschritte wagte.

Etliche Prominente wie Sportstars, Politiker, Supermodels oder auch der US-Rapper Puff Daddy ließen sich in diesem Jahr bei Temperaturen um 40 Grad vom Samba in Rio mitreißen. U2-Sänger Bono feierte lieber in Salvador im Nordosten Brasiliens. Den größten Jubel der rund 90 000 Zuschauer im Sambodromo-Stadion bekam aber trotz der vielen ausländischen Persönlichkeiten der legendäre „Vorsänger“ der Sambaschule Mangueira, Jamelao. Der 93- jährige Mulatte, der nach eigenen Angaben täglich eine Flasche Whisky trinkt, kündigte an: „Nächstes Jahr bin ich wieder da.“

Ähnlich enthusiastisch zeigte sich die 85-jährige Maria, die auf der Tribüne mitfeierte: „Ich tanze und singe, bis ich für für immer tot umkippe.“ Jede der 14 Sambaschulen mobilisierte wieder 80 Minuten lang um die 5 000 Sänger, Tänzer und Statisten, und wie immer auch viele Persönlichkeiten des brasilianischen Showbusiness. Einige Frauen gingen sogar nur mit Farben „bekleidet“ auf die Laufbahn.

Obwohl sie ausnahmslos in den „Favela“-Slumvierteln von Rio sitzen, gaben die Samba-Schulen auch in diesem Jahr wieder jeweils um die zwei Millionen Euro für die Umzugsvorbereitungen aus. Während des Umzugs waren die Straßen Rios wie leergefegt. Millionen saßen jede Nacht neun Stunden lang vor TV-Schirmen zu Hause, in Kneipen und Vereinen.

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