Rita Mae Brown
Feministen-Ikone wird 70

Die Amerikanerin Rita Mae Brown hat in ihrem Leben bereits viele Schlagzeilen gemacht: Als Partnerin von Tennis-Star Martina Navratilova und als Ikone der Feministen-Bewegung. Jetzt wird die gefeierte Krimi-Autorin 70.
  • 0

New YorkTiere sind Rita Mae Brown lieber als Menschen. „Tiere haben keinen Filter zwischen sich und der Realität“, sagte die US-Autorin einmal dem „Forbes“-Magazin. „Menschen täuschen sich ständig selbst.“ Brown war kämpferische Ikone der Feministen-Bewegung, löste mit ihrem Roman „Rubinroter Dschungel“ und seinen explizit lesbischen Szenen in den 70er Jahren einen Skandal aus und sorgte für einige Jahre als Frau an der Seite des Tennis-Stars Martina Navratilova für Boulevard-Schlagzeilen.

Aber all das ist Vergangenheit. Am Freitag (28. November) wird die Schriftstellerin 70 Jahre alt und lebt inzwischen zurückgezogen mit zahlreichen Hunden und Katzen auf einem Bauernhof im US-Bundesstaat Virginia, jagt Füchse - aber tötet sie dabei nicht - und veröffentlicht einen Katzen-Roman nach dem anderen. Die Krimis mit Titeln wie „Mausetot“, „Vier Mäuse und ein Todesfall“, „Die kluge Katze baut vor“, „Rache auf leisen Pfoten“ oder „Die Weihnachtskatze“ verkaufen sich auch in Deutschland gut.

Geboren wurde Brown 1944 in Pennsylvania. Sie studierte in Florida und New York und engagierte sich stark für Frieden, Menschenrechte und in der Frauenbewegung. In den frühen 70er Jahren schrieb sie zunächst Gedichte, dann Romane.

„Rubinroter Dschungel“ wollte erst niemand drucken, erinnerte sich Brown später in einem Interview des „Time“-Magazins. „Irgendwann hat mir dann endlich eine winzige Firma namens „Daughters Press“ 1000 Dollar gegeben und das Buch veröffentlicht. Es gab keine Besprechung, keine Werbung und nur eine Taschenbuchausgabe. Dann ist es aber explodiert und sie konnten mit der Nachfrage gar nicht mithalten.“ Das Buch sorgte mit seinen expliziten Schilderungen lesbischer Liebe damals für einen Skandal und verkaufte sich schließlich mehr als eine Million Mal.

Ende der 70er Jahre machte Brown wieder Schlagzeilen, diesmal als Partnerin an der Seite von Tennis-Star Martina Navratilova. Aber die Beziehung endete im Streit und Brown verarbeitet ihre Gefühle in dem Roman „Die Tennisspielerin“.

Heute gibt sich die Schriftstellerin weitaus weniger kämpferisch. „Das lustige ist, dass ich gar nicht an homosexuell und heterosexuell glaube. Wirklich nicht. Ich glaube, dass wir alle irgendwie bisexuell sind.“ An die Homo-Ehe glaube sie schon gar nicht. „Ich verstehe noch nicht einmal, warum heterosexuelle Menschen heiraten wollen, so holt man sich doch nur die Regierung in sein Schlafzimmer. Aber das ist schon ok. Es scheint ein grundlegendes menschliches Bedürfnis zu sein, das ich nicht teile.“

Ändern würde sie an ihrem Leben im Rückblick aber auch nichts, da ist sich Brown sicher. „Dann wäre ich nicht, wer ich heute bin. Ich und der Kampf waren eins. Ich werde ins Grab gehen können und wissen, dass ich mich nicht unterkriegen lassen habe.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rita Mae Brown: Feministen-Ikone wird 70"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%