Ruef
Asiatische Kunst läuft wie geschnitten Brot

Das Kunstversteigerungshaus Ruef kann in einer Sonderauktion Kunstobjekte und Waffen aus China und Iran besonders gut absetzen. Doch auch niedrig geschätzte Rokoko-Möbel vervielfachen ihre Schätzpreise.
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MünchenBei Ruef Kunstauktionen in München umfasste die Frühjahrsauktion auch einen Sonderkatalog mit asiatischer Kunst. Die wurde einen Tag vor der regulären Auktion am 17. März mit großem Erfolg versteigert. In beiden Auktionen ließen sic insgesamt 72 Prozent der Lose nach Anzahl absetzen. Neben dem engagierten Handel beteiligten sich vor allem junge wohlhabende Käufer aus dem asiatischen Raum rege an der Sonderauktion. Wie überall zu beobachten, sind sie daran interessiert Kulturgut zurückzukaufen. Die höchsten Zuschläge wurden denn auch in Sparte Asiatika verzeichnet, aber auch auf den anderen Gebieten gab es bemerkenswerte Ergebnisse.

Starkes Aphrodisiakum

Hoch im Kurs stand ein früher, kunstvoll geschnitzter chinesischer Nashornbecher aus dem 18. Jahrhundert. Bei 45.000 Euro (ohne Käufer-Aufgeld) fiel der Hammer nach einem andauernden Bietgefecht zugunsten eines europäischen Händlers (Taxe 15.000 Euro). Nashornbecher sind sehr selten. Sie waren schon immer gesuchte Objekte für die Kunst- und Wunderkammern, die Vorläufer unserer Museen. Solche Raritäten wecken, wie das Ergebnis beweist, auch heute noch große Begehrlichkeiten. Magische Heilkräfte, etwa die Eigenschaft, Gift zu neutralisieren, schrieb man den Nashornbechern zu. Zudem galten sie als starkes Aphrodisiakum.

Göttin für den Hausaltar

Ein ebenso starkes Ergebnis mit 45.000 Euro erzielte eine frühe 86 cm hohe chinesische Wächterfigur, die sich der deutsche Handel sicherte (8.500). Für eine anmutige Blanc-de-Chine Göttin bewilligte der deutsche Handel 24.000 Euro (700 Euro). Blanc-de-Chine Porzellan, auch Dehua-Porzellan nach seinem Produktionsort genannt, hat durch die cremefarbene, in der Regel ungefasste Oberfläche einen ausdrucksstarken Charakter. Die Statuette stellt die Barmherzigkeitsgöttin Guanyin dar, eine in China beliebte Gottheit für den Hausaltar.

Ebenfalls große Nachfrage herrschte beim Waffenangebot. Ein indo-persischer Dolch aus dem 19. Jahrhundert fuhr mit 13.000 Euro das höchste Ergebnis dieser Sparte ein.

Chinese malt im westlichen Stil

Im westlichen Stil und außergewöhnlicher malerischer Qualität porträtierte sich der chinesische Guan Qiaochang Lam Qua (1801-1860). Für das Bildnis bezahlte ein deutscher Sammler 27.000 Euro (2.200). Lam Qua hatte bei George Chinnery studiert, einem englischen Maler, der sich in China niedergelassen hatte.

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Niedrige Taxen heizen Nachfrage an

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