Ruef
Der Zar hoch zu Ross

Die 527. Auktion "Alte und Moderne Kunst" bei Ruef hatte viel Routinematerial. Hohe Preise erzielten neben einem Herbstbild von Roubaud mit Zar und Pferden eine kleine Elfenbeinmadonna und eine Salonlöwin, gemalt von Hans Makart.
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MÜNCHEN. Bei der Versteigerung von Kunstauktionen Ruef in München am 13.12.2010 galoppierte ein Gemälde von Franz Roubaud in den sechsstelligen Bereich. Bei 130.000 Euro (netto) fiel der Hammer für die Darstellung von Zar Nikolaus II. und Großfürst Nikolai Nikolajewitsch Romanow, die mit Gefolge durch eine herbstliche Landschaft reiten. Bescheidene 4.000 Euro waren für das Gemälde im Katalog angesetzt worden, nun erzielte es einen Preis, der sich international behaupten kann. Wo auch immer Roubauds Reiterbilder auftauchen, werden sie teuer. Roubaud, der 1856 in Odessa geboren wurde, studierte an der Münchner Akademie, unter anderem beim Historienmaler Carl Theodor von Piloty. Er ist vor allem in Russland ein gefragter Künstler, auch dieses Bild geht nun in eine russische Privatsammlung.

Gefragte Skulpturen

In der Auktion gab es noch weitere hohe Preissprünge, unter anderem für eine französische Elfenbeinmadonna aus dem 14. Jahrhundert. Bei 32.000 Euro fiel schließlich der Hammer zugunsten eines deutschen Händlers (Taxe 1.500 Euro). Heiß umkämpft war auch eine Emaildose mit der Darstellung einer preußisch-russischen Schlacht sowie dem Porträt der Zarin Elisabeth. Sie spielte 20.000 Euro ein (750 Euro). Bei den Altmeistergemälden wurden für eine unterhaltsame Schilderung einer Jagdszene von Michael Herr aus dem Jahr 1625 23.000 Euro bewilligt (4.500). Eine knapp ein Meter hohe Madonna mit Jesuskind, die einem Schüler von Hans Leinberger zugeschrieben wird, der wohl um 1520 in Mühldorf tätig war, kletterte auf 12.000 Euro (8.000).

Die Salonlöwin

Der Erwartung mit 60.000 Euro entsprechend wurde das lebensgroße Porträt der Baronin Bianca von Teschenberg des österreichischen Malers Hans Makart bewertet. Jahrelang galt es als verschollen, bis es nun aus süddeutschem Privatbesitz inklusive einem privaten Fotoalbum der Baronin wieder auftauchte. Ein Privatsammler aus Österreich erlag dem Charme gefeierten blonden Schönheit der Wiener Gesellschaft, die Makart nicht nur einmal Modell stand. Überwiegend Händler, aber auch zahlreiche Privatsammler nahmen das Angebot gut auf, rund 67 Prozent der Lose nach Anzahl wurden abgesetzt.

www.ruef-auktion.de

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