Ruhestand
Bunt ist das Leben der Senioren

Bremens Ex-Bürgermeister Scherf beschreibt in seinem Buch "Grau ist bunt", wie er die ersten Monate im Ruhestand erlebt hat. Und er erzählt vom Leben in einer Hausgemeinschaft. Vielleicht ein Modell für seine Generation.

DÜSSELDORF. Die Menschen werden heute wesentlich älter als früher und fühlen sich länger fit. Wenn das Rentenalter erreicht ist, dann fängt für viele eine neue, aktive Lebensphase an. Sie können dann endlich tun, wozu sie während ihrer Berufstätigkeit keine Zeit hatten: reisen, neue Fähigkeiten erlernen oder ihre Erfahrungen in gemeinnützige Projekte einbringen.

Einer, der seinen neu gewonnenen Spielraum genießt, ist der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf. Er arbeitet nun bei Projekten mit, für die er als Politiker keine Zeit hatte, lernt Orgelspielen und das Malen von Aquarellen oder engagiert sich in ökumenischen Projekten. In seinem Buch "Grau ist bunt" beschreibt Scherf, wie er die ersten Monate im Ruhestand erlebt hat. Das Leben nach dem Beruf als eine Phase zu bezeichnen, in der man nicht mehr produktiv ist und nur noch Kosten verursacht, hält Scherf für falsch. "Meine Frau und ich haben unseren Job an den Nagel gehängt, nicht unser Leben", schreibt er in seinem Buch.

Anders als andere Autoren hat der ehemalige Bürgermeister seine Zeit nicht damit verbracht, lange über die Vergangenheit nachzudenken und seinen Weg als Politiker in Memoiren zu beschreiben, sondern er hat seinen Lebensentwurf für das Alter niedergeschrieben, der sich jetzt in der Praxis bewähren muss.

Aber ganz lassen von der Politik kann Henning Scherf doch nicht. Immer wieder kommt zwischen den Zeilen der Gesellschaftspolitiker Scherf durch, der seine Ideen für ein besseres Miteinander der Generationen zum Besten gibt. Das Buch ist in Form eines Gesprächs entstanden, das die Autorin Uta von Schrenk in Kapitel zusammengefasst und aufgeschrieben hat. Dadurch kommt es im Text hin und wieder zu Wiederholungen - was aber nicht wirklich störend ist. Scherf, der zusammen mit seiner Frau und vier anderen älteren Menschen in einer Hausgemeinschaft lebt, macht Mut, sich über alternative Lebens- und Wohnformen im Alter Gedanken zu machen. Obwohl sich einige seiner Ideen als Illusion entpuppten, scheint sich der ehemalige Politiker in seiner Rentner-WG sehr wohl zu fühlen.

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