Salon du Dessin
Wolkenmeer in Pastell

Der "Salon du Dessin" in Paris gehört für Liebhaber der Handzeichnung zu den Höhepunkten des Messekalenders. Unser Korrespondent Frank Kurzhals hat sich die Offerte der beiden Hamburger Kunsthändler Thomas Le Claire und Martin Moeller-Pisani vorab angeschaut.
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HamburgUnter den Ausstellern, die ab 26. März am „Salon du Dessin“ in Paris teilnehmen, finden sich dieses Jahr vier deutsche, auf Handzeichnungen spezialisierte Händler, darunter die beiden Hamburger Le Claire Kunst und der Kunsthandel Dr. Martin Moeller-Pisani.

Was Thomas le Claire auf dieser wichtigsten und wohl schönsten Messe für Zeichnungen zeigen wird, kann das Hamburger Publikum bereits am 18. März – „Avant Paris“ – exklusiv vorab besichtigen. Gut 30 Positionen von Salviati bis Alexander Calder verzeichnet der vorliegende, mit seinen brillanten Abbildungen und akribischen Recherchen erneut sehr gelungene Katalog.

Calders roter Ballon

Das jüngste Werk ist gleichzeitig auch das überraschende Titelbild der Publikation: eine Gouache von Alexander Calder (1898-1976). Der Meister der Stabiles und Mobiles komponierte diese Studie mit einem hoffnungsfroh nach oben strebenden roten Ballon 1975 für ein Plakat der Galerie Maeght. Das nicht signierte, gleichwohl ihm eindeutig zuschreibbare Blatt kostet 70.000 Euro. Damit demonstriert le Claire, dass er das Thema der Meisterzeichnungen bis in das 20. Jahrhundert hinein zu verlängern gewillt ist. Der Grund ist schlicht. Hier ist der Markt noch nicht so leergefegt wie bei den älteren Meistern.

Der Himmel lebt

Le Claires Ausstellungshighlight für die Messe ist eine Zeichnung von Egon Schiele. Mit sicherem und kraftvollem Kreidestrich porträtiert Schiele hier in einer seiner letzten Arbeiten August Lederer, den wohlhabenden Bewunderer und Sammler seines Werkes. Detailreich und psychologisierend ist das Gesicht dargestellt; mit entschiedener, klarer Linienführung gewinnt der Oberkörper Kontur. 600.000 Euro soll der neue Besitzer für das 1918 entstandene Werk auf Papier bezahlen.

Neben Schiele und Calder wird vor allem das 19.und frühe 20. Jahrhundert auf dem Stand von Le Claire gut vertreten sein. So zeigt der Hamburger Kunsthändler von Edouard Vuillard (1868-1940) das sonnige Pastell „La fenêtre à Cannes“ von 1932/33, für das er 38.000 Euro verlangt. Von Eugène Boudin (1824-1898) stammt die bewegte Wolkenlandschaft „Marine au grand ciel“, die 1860 den lebendigen Himmel über dem Meer als Pastell festhält. Die Arbeit ist monogrammiert und mit 160.000 Euro ausgepreist.

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Wolkenmeer in Pastell

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Im pompejanischen Stil

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