Salzburg
Nicht für Jedermann

Salzburg, das ist in allererster Linie Baudenkmal gewordene Geschichte. Aber es gibt auch ein junges Salzburg, abseits von Dom, Festung und Nockerln. Verbinden Sie den Besuch der im Juli beginnenden Festspiele mit einer neuen Erfahrung.

SALZBURG. Was Mozart, den Komponisten, anbelangt: „Er ist nicht unser Thema“, sagt Herr Fürst. „Ich habe keinerlei Mozartkompetenz. Ehrlich gesagt, höre ich seine Musik gar nicht mal so gern.“ Dennoch wird er immer wieder auf Mozart angesprochen.

Kein Wunder – Martin Fürst ist der Juniorchef der Café-Konditorei Fürst – und somit ein Fachmann für Mozart, die Kugel. Sein Ururgroßvater schuf im Jahre 1890 eine Marzipan-Pistazien-Nougat-Schokoladen-Leckerei, er taufte sie „Mozartpraline“ nach dem damals gerade in Mode gekommenen Komponisten. Heute ist die Kreation weltberühmt als „Original Salzburger Mozartkugel“.

Martin Fürst, 31 Jahre alt und ein fröhlicher Typ, sitzt mit seinen Gästen im historischen Café am Alten Markt. Er erklärt, wie die Pralinen nach althergebrachter Rezeptur hergestellt werden – „das ist keine Hilfsarbeiterleistung, wir beschäftigen acht Konditormeister“. Eine Frage muss er immer wieder beantworten: Mögen Sie denn selbst überhaupt noch Mozartkugeln essen? „Ja, sicher“, sagt Herr Fürst. „Aber ich nenne das ‚Qualitätskontrolle'."

Begegnungen mit Menschen wie ihm sind eine Menge wert für den Reisenden – weil sie unterhaltsam sind und weil man sonst wohl das Gefühl haben könnte, in einem Museum zu sein. Salzburg, das ist ja in allererster Linie Baudenkmal gewordene Geschichte: der Dom, die Festung, all die altehrwürdigen Kirchen und Gassen und Plätze. Die ganze, große Altstadt: Unesco-Weltkulturerbe seit genau zehn Jahren.

Touristenstadt? Wer genauer hinschaut und -hört, kann Salzburg auch als lebendige, bewohnte, jetzt-zeitige Stadt erleben – indem er seine Aufmerksamkeit eben nicht auf das Museale richtet, sondern auf das Alltäglich-Reale.

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