Sammlung Barbier-Mueller: Peru stellt Frage nach legaler Ausfuhr

Sammlung Barbier-Mueller
Peru stellt Frage nach legaler Ausfuhr

Immer wieder machen lateinamerikanische Länder Ansprüche auf ehemaliges Kulturgut geltend. Jetzt droht Peru damit, die präkolumbischen Objekten aus der Sammlung Barbier-Mueller zurückzufordern. Sotheby’s will sie am 22. und 23. März in Paris versteigern.
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ParisDie von Sotheby’s Paris für den 22. und 23. März anberaumte Auktion der Sammlung Barbier-Mueller mit altamerikanischer Kunst ist eine Sensation. Jetzt aber gab das Kulturministerium von Peru ein Kommuniqué heraus, in dem es die Rechtmäßigkeit der Ausfuhr der peruanischen Objekte in Frage stellt.

Seit 1992 in Museen ausgestellt

Dabei befinden sich mehrere Werke seit 1920 in der Sammlung Josef Mueller. Sein Schwiegersohn Jean-Paul Barbier-Mueller ergänzte die Kollektion substantiell. Die präkolumbische Sammlung war seit 1992 in diversen Museen zu sehen. Von 1997 bis 2012 befand sie sich als Leihgabe im Museu Barbier-Mueller d’Art Precolombi in Barcelona. Als die Stadt die nötigen finanziellen Mittel zum Ankauf der Sammlung nicht aufbringen konnte, beschloss die Familie Barbier-Mueller die Versteigerung der Objekte. 51 der insgesamt 313 Lose stammen aus dem heutigen Peru. Die Werke aus Stein, Keramik, Gold, Silber, Kupfer und kunstvoll gewebten Stoffen tragen Schätzpreise zwischen 6.000 bis 80.000 Euro.

Gesetz contra Unesco-Konvention

Das peruanische Kulturministerium droht mit einer Intervention des peruanischen Außenministeriums. Es beruft sich auf ein peruanisches Gesetz von 1822, welches „die Ausfuhr archäologischer Güter ohne Regierungs-Erlaubnis“ verbietet. Als Gegenargument existiert die Unesco-Konvention von 1970, die seither als zeitliche Zäsur für die Ausfuhr von Kulturgut gilt.

Schwächung des Handels

Typisch für die Einschüchterungstaktik des Ministeriums ist, dass Sotheby’s bislang keine offizielle Rückgabeforderung erhielt. Für gewöhnlich kommt diese am Vortag der Auktion. Vermutlich aus Vorsicht verweigert das Auktionshaus dennoch die Herausgabe von Reproduktionen der peruanischen Lose.

Lateinamerikanische Länder haben schon häufiger Ansprüche auf ihr ehemaliges Kulturgut geltend gemacht. Ihr systematisches Vorgehen hat neben dem Schutz ihres Kulturgutes unter anderem das Ziel, den legalen Handel mit präkolumbischer Kunst zu schwächen. Der Zeitung „Le Monde“ zufolge gab der peruanische Vize-Kulturminister anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Peru. Die Königreiche der Sonne und des Mondes“ in Montréal bekannt, sein Land habe in den letzten fünf Jahren die Rückerstattung von 2.700 Kulturgut-Objekten durchgesetzt.

Interessenten können die präkolumbische Sammlung Barbier-Mueller vom 4. bis 21. März bei Sotheby’s Paris besichtigen.

Kommentare zu " Sammlung Barbier-Mueller: Peru stellt Frage nach legaler Ausfuhr"

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  • These are items stolen, looted from the countries of origin, should be ashamed offer culture of peoples. We hope that governments who have denounced stop this violation.

  • Die Vorgehensweise der peruanischen Behörden ist hinlänglich bekannt und mißachtet die auch von Peru ratifizierte Unesco Convention von 1970.Der europäische Versteigererverband sieht die Vorgehensweise verschiedener lateinamerikanischer Regierungen sehr kritisch zumal diese Länder vor Gericht meist verloren haben zuletzt ist Mexico vor dem Verwaltungsgericht in Köln 2012 unterlegen.Die Mitglieder von EFA(Europäischer Versteigererverband,Brüssel) unterstützen die Unesco Convention.
    EFA, Brüssel,den 5.3.2012

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