Sammlung Gert K. Nagel
Erfolgreich abgesetzt, auch bei forschen Untergeboten

Die Versteigerung der Antiquitätensammlung des ehemaligen Auktionshausinhabers Gert K. Nagel hat ihre Erwartungen mehr als erfüllt. Verlockend niedrige Schätzpreise verfehlen nicht ihre Wirkung. An der Spitze der Erlöse steht ein Gemälde von Heinrich von Zügel für 33.000 Euro mit Aufgeld. Deutsche Sammler interessieren sich vor allem für Fayencen und Keramiken.

StuttgartNüchternheit ist eine Geschäftstugend. Gert K. Nagel, der einstige Inhaber des gleichnamigen Auktionshauses, scheint sie auch im hohen Alter noch zu besitzen. Mit Leidenschaft hat er über 30 Jahre Antiquitäten gesammelt. Aber mit viel Realitätssinn für den heutigen Markt setzte er die Preise für die gut 2.400 Positionen seiner Sammlung äußerst moderat an. Am 27. und 28. Januar 2016 kamen die Keramiken, Möbel, Gemälde und bäuerlichen Gerätschaften bei Nagel in Stuttgart unter den Hammer.

Deutsches Interesse für Fayencen

Sammler und Händler nutzten die Chance. Freudig setzten sich vor allem deutsche Sammler bei den attraktiven, bedeutenden Fayencen und Keramiken ein, dem Spezialgebiet Gert Nagels. Von geschätzten 2.200 Euro kletterte etwa der Preis für einen Crailsheimer Fayence-Walzenkrug mit der reizvollen Darstellung von Fuchs und Ente auf ca. 6.000 Euro (alle Preise inkl. 33 % Aufgeld). Ein Frankfurter Enghalskrug mit einer chinoisen Szenerie aus dem 17. Jahrhundert wechselte nach eifrigem Bietgefecht bei 5.300 Euro den Besitzer.

Aufsatzsekretär aus Kirchheim Teck

Insgesamt hat die sehr gut besuchte Auktion einen Brutto-Umsatz von 1,5 Millionen eingespielt; die Summe der Taxen belief sich auf 1,2 Millionen Euro. „Im Prinzip ist die Sammlung einer in Fachkreisen so geschätzten Persönlichkeit für ein Auktionshaus eine Erfolgsgeschichte, aber sie kann nur im regionalen Bereich funktionieren“, resümiert Rudolf Pressler von der Nagel-Geschäftsleitung auf Nachfrage.

Zahlreiche Möbel blieben denn auch in Deutschland. Einen Erfolg verbuchte das Haus mit einem Aufsatzsekretär aus Kirchheim Teck bei Stuttgart. Das barocke Stück verdreifachte die Taxe und geht für 24.000 Euro in eine württembergische Sammlung. Preislich an der Spitze steht Heinrich von Zügels impressionistisches Gemälde „Vor dem Schafstall“ mit 33.000 Euro. Die genrehafte Szene „Gebirgsschmiede“ und „Mittagspause vor alpenländischen Haus“ von Christian Mali brachten 16.000 und 24.000 Euro ein und blieben in Süddeutschland.

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Alte Pistolen stark umworben

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