Sammlung Goetz: Der Video-Kamera bleibt nichts verborgen

Sammlung Goetz
Der Video-Kamera bleibt nichts verborgen

Die Videokunst hat es in deutschen Museen immer noch schwer. Eine rühmliche Ausnahme ist das ZKM in Karlsruhe. Hier zeigt die prominente Videosammlerin Ingvild Goetz, welchen Themen und Bildsprachen sich internationale Video-Künstler verschreiben, welche Techniken sie für ihr Anliegen entwickeln und dass sie die Auf- und Abbewegungen in der Gesellschaft genau im Blick haben.
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KARLSRUHE. Ingvild Goetz ist eine Pionierin, was das Entdecken, Sammeln, Bewahren und Ausstellen von Video-Kunst betrifft. 300 Arbeiten sind seit 2003 hinzugekommen, als sie zum ersten Mal im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) tiefen Einblick in ihre Privatsammlung gab. Die Privatsammlerin hat zwar ein eigenes kleines Museum, doch da veranstaltet sie One-man-shows und keine Themenausstellungen, die viel Raum erfordern. Wer sich intensiv mit den Möglichkeiten und Themen von Medienkunst auseinandersetzen will, kann das noch bis zum 3. Oktober im Museum für Neue Kunst im ZKM tun. Das lohnt sich.

Kunst, die sich mit der Zeit entwickelt

Was ist Medienkunst? In der Szene versteht man darunter Kunst auf technischen Trägermedien: Fotografie, Film und Video. War die Malerei raumbasiert, ist die Medienkunst zeitbasiert. Mit Maschinen kann die einst nur simulierte Bewegung, nun tatsächlich als Bewegung gezeigt werden. Während sich die jüngere Generation ohne Scheu der Medienkunst nähert, hat sich die Kunstgemeinde zögerlich erst in den letzten zehn Jahren der neuen Technik zugewandt. Weit abgeschlagen konzentrieren sich die meisten Kunstmuseen immer noch auf Gemälde, Skulpturen oder Installationen und meiden die Projektion. Die rühmliche Ausnahme ist das ZKM.

Bewegung in Gesellschaften

Das ZKM versteht sich als Kompetenzzentrum für Medienkunst. "The Power of Motion" heißt der anspielungsreiche Titel vom Katalog und von der Ausstellung mit zeitbasierten Kunstwerken der Sammlung Goetz. Auf- und Abbewegungen in der Gesellschaft, Migration, Tourismus, aber auch Entschleunigung markieren das inhaltliche, ästhetische und technische Band, das rund 50 Filme von 35 Künstlerinnen und Künstlern verbindet. 19 Projektionen finden in Schiffscontainern made in China statt. Ein schönes Bild für die globalen Waren- und Kunstströme. Ganz nebenbei schlucken die Metallkisten auch etwas vom Sound, der sich bei Video-Ausstellung immer ziemlich penetrant überlappt.

Opulente Optik

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