Sammlung Marzona: Entmaterialisierte Kunst für Berlin

Sammlung Marzona
Entmaterialisierte Kunst für Berlin

Vor zwölf Jahren verkaufte Egidio Marzona den Staatlichen Museen Berlins einen Teil seiner Sammlung mit Kunst der sechziger und siebziger Jahre. Den zweiten Teil seiner Kollektion bekamen die Berliner von dem Sammler geschenkt. Sukzessive sollen nun die Teile des Ganzen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
  • 0

BerlinAls Berlins Staatliche Museen 2002 für 6 Millionen Euro 213 Objekte der Sammlung Egidio Marzona angekauft hatten, war das der Beginn einer fruchtbaren Freundschaft. Jetzt hat der Deutsch-Italiener, der sich der Konzeptkunst der 1960er- und 1970er-Jahre verschrieben hatte, den anderen Teil seiner Sammlung (372 Objekte) den Staatlichen Museen geschenkt. Er wurde bislang als Leihgabe im Depot der Neuen Nationalgalerie und im Kupferstichkabinett gehütet. Dazu gehören auch rund 50.000 in der Kunstbibliothek verwahrte Archivalien, die ein fest angestellter Kustos betreut.

In einer achtteiligen Ausstellungsserie wird nun Einblick in den gesamten Kosmos dieses Schatzes geboten, der für die Entwicklung der Postmoderne wichtig war. Die Schau in vier Räumen des Hamburger Bahnhofs kann die Qualität dieser Kollektion nur in Ansätzen widerspiegeln. Die Objekte und Texte werden lexikalisch von A bis Z präsentiert. Im ersten Raum A sind Protagonisten der Arte Povera versammelt. Den Granit-Iglu von Mario Merz umrahmen Zeichnungen von Kounellis, Tuscharbeiten von Giovanni Anselmo, Alighiero Boettis Textilgewebe und Giuseppe Penones Selbstbildnis, in dem die Pupillen als konkave Spiegel eine Straßenszene abstrahlen.

Den Kaktus rasiert

Eine Videoschleife, in der Ger van Elk einen Kaktus rasiert und Joseph Beuys mit einer Blutwurst hantiert und einen Fernseher mit Boxhandschuhen traktiert, erinnert an die nur drei Jahre aktive Fernsehgalerie von Gerry Schum. Sie wollte die Kunst von der Bindungskraft der Museen und Galerien befreien. Mit dieser Schau wird sie wieder einmal als historische Erscheinung ins Gedächtnis gerufen.

Seite 1:

Entmaterialisierte Kunst für Berlin

Seite 2:

Kritische Malerei von Daniel Buren

Kommentare zu " Sammlung Marzona: Entmaterialisierte Kunst für Berlin"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%