Sammlung Pietzsch
Surrealisten für Berlin

Eine der bedeutendsten Sammlungen surrealistischer Kunst weltweit bleibt dem Land Berlin erhalten. Das Unternehmerpaar Ulla und Heiner Pietzsch hat heute den Schenkungsvertrag unterzeichnet. Zu den 150 Werken im Wert von 120 Mio. Euro zählen Arbeiten von Max Ernst, René Magritte, Joan Miro und Paul Delvaux.
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DÜSSELDORF. In knapp 50 Jahren haben Ulla und Heiner Pietzsch aus Berlin eine herausragende Kunstsammlung zusammengetragen. Sie hat ihre Schwerpunkte beim Abstakten Expressionismus - mit Jackson Pollock, Ad Reinhardt und Mark Rothko fing Heiner Pietzschs Leidenschaft an - und im Surrealismus. Hier sind u.a. Max Ernst, René Magritte, Joan Miró, Salvador Dalí und Paul Delvaux vertreten. Frida Kahlo und Diego Rivera runden die Schenkung ab. Sie umfasst insgesamt etwa 150 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen mit einem Schätzwert von etwa 120 Millionen Euro. Sie wird wirksam unter der Bedingung, dass Berlin die Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Dauerleihgabe überlässt und die Stiftung eine dauerhafte Präsentation von Teilen der Sammlung im Kontext ihrer Sammlung zur Klassischen Moderne gewährleistet.

Die dauerhafte Präsentation der geschenkten Kunstwerke war für lange Jahre Gegenstand der Gespräche der Sammler mit verschiedenen Museen. Einen kleinen Einblick in die facettenreiche Sammlung gewährten erst die Ausstellung im Guggenheim Museum in Venedig (2005) und die Schau "Bilderträume" 2009 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Der vom Regierenden Bürgermeister von Berlin heute herausgegebenen Pressemitteilung ist nichts Konkreteres zu entnehmen als vage Versicherungen auf die Zukunft. Heiner Pietzsch: "Wir wissen, dass wir damit eine schmerzliche Lücke in dem Bestand der Nationalgalerie schließen können und hoffen nun sehr, dass die Pläne der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Räume zu schaffen, die es ermöglichen, einen signifikanten Teil unserer Sammlung eines Tages ständig zeigen zu können, realisiert werden.".

Heiner Pietzsch war über viele Jahre hinweg Schatzmeister im Verein der Freunde der Nationalgalerie und lange aktiv auf dem Kunstmarkt tätig. Sein Vermögen stammt aus einer Holding für Folienherstellung.Das Ehepaar fuhr u.a. zu den großen Abendauktionen der Klassischen Moderne in New York und war doch ganz auf die Kunst konzentriert und nicht auf die heute öfter anzutreffende Selbstdarstellung.

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