Sammlung Siegert
„Es war mir wichtig, dass die Sammlung zusammenbleibt“

In deutschen Museen werden Lichtbilder zunehmend ein selbstverständlicher Teil der Sammlung. Das jüngste Beispiel liefert die Neue Pinakothek in München. Sie erwarb frühe Italienfotografien aus der Kollektion des Filmproduzenten Dietmar Siegert.
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MünchenBislang reflektierte in der Neuen Pinakothek München einzig und allein die Malerei des 19. Jahrhunderts die romantische Italiensehnsucht. Das wird sich demnächst ändern. Die weltberühmte Gemäldegalerie erweitert ihren Bestand um etwa 9.500 historische Italienfotografien aus der angesehenen Sammlung Dietmar Siegert.

Damit hat der Münchner Filmproduzent nun eine weitere Tranche seiner seit den 1970er-Jahren zusammengetragenen Fotosammlung der öffentlichen Hand übergeben. Erst im Frühjahr konnte das Fotomuseum im Stadtmuseum München den Siegertschen Sammlungsteil mit Motiven deutscher Landschaften, Städte und Porträts aus der Zeit von 1840 bis 1890 übernehmen. Der Preis für die etwa 8.000 Bildwerke, die zurzeit digitalisiert werden, soll etwas mehr als zwei Millionen Euro (vgl. HB-online vom 24.12.2012) betragen haben. Nach Informationen des Handelsblatts liegt auch die Summe für das Italienkonvolut, das der Pinakothek-Verein mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Deutschen Sparkassen- und Girovereins erwirbt, in dieser Dimension.

Interesse auch aus dem Ausland

Bei den Italienansichten aus der Zeit von 1846 bis 1900 handelt es sich um eine der bedeutendsten und umfangreichsten Sammlungen ihrer Art. Wie Dietmar Siegert im Gespräch mit dem Handelsblatt erwähnte, gab es in den Jahren zuvor durchaus Interesse aus dem Ausland. Das Alinari-Archiv in Florenz, mit 5,5 Millionen Arbeiten die größte Fotosammlung der Welt, sowie Museen in Rom hätten mit einigen Komplexen der Sammlung gern eigene Lücken gefüllt. Hauptgrund Siegerts, sich für München zu entscheiden: „Es war mir wichtig, dass die Sammlung zusammen bleibt.“

Die Neue Pinakothek geht mit dieser Sammlung in Deutschland noch relativ neue museale Wege. Ähnlich wie im Städel sind Fotografien nicht einer fotografischen Abteilung zugeordnet, sondern integraler Bestandteil der Sammlung. Ein Vorbild liefert auch das Musée d’Orsay in Paris. „Es präsentiert als eine Art Epochen-Museum auch permanent Fotografie im Kontext mit anderen Gattungen und betrachtet sie als eine Stimme im großen Konzert der Künste“, so Pinakotheken-Kurator Herbert Rott gegenüber dem Handelsblatt. Die Diskussion um Position und Bewertung der Lichtbilder aus der Pionierzeit sei noch nicht ausdiskutiert, so Rott. „Wir als Institution des 19. Jahrhunderts müssen uns dieser Frage stellen.“

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