Samstagskrimi im ZDF
Die „Gurkentruppe“ fängt wieder Mörder

Skurrile Gestalten, pointierte Dialoge und eine Handlung, die im Rhythmus der Bayern-Metropole Fahrt aufnimmt. Der zweite Fall der neuen ZDF-Krimireihe „München Mord“ hält, was das Debüt versprach.
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DüsseldorfDie Story wirkt anfangs eigentümlich, das Ermittlerteam auch. Da tüftelt eine „Gurkentruppe“ im Keller des Polizeipräsidiums an Fällen, für die sich sonst keiner interessiert. So ist es auch in der Folge „Die Hölle bin ich“.

Julika Amsel wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass ihr vermeintlicher Haushaltsunfall vorgetäuscht wurde. Von einem professionellen Killer? Doch wer sollte ihn angeheuert haben? Die junge Immobilienmaklerin schien bieder und völlig isoliert gelebt zu haben. Doch wovon?

Drive erhält die Handlung durch Janosch, den Bruder des Opfers, kompromisslos dargestellt von Maximilian Brückner. Der will seine „kleine Schwester“ rächen. Weil er gerade aus dem Knast kommt und obendrein noch todkrank ist, hat er nichts mehr zu verlieren. Und im Gegensatz zu den Kommissaren bringt er alle Beteiligten schnell zum reden.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine tragische Bruder-Schwester-Geschichte. Michael Gutmann, der erstmals Regie führte, inszeniert sie als Mischung zwischen Thriller und Komödie. Die Zuschauer ahnen früh, wer hier gut und wer böse ist, aber die Zusammenhänge erschließen sich erst spät. Ihre Spannung bezieht die Handlung aus dem Wettlauf zwischen Ermittlern, Bruder und unbekanntem Killer.

Der Krimi ist sehenswert, weil er authentisch wirkt. Ort, Handlung und Charaktere passen. München bietet dafür den perfekten Schauplatz, abseits jeglicher Volkstümelei. Auch die Schauspieler sind hervorragend besetzt, allen voran Alexander Held, der Ludwig Schaller, den Chef des unkonventionellen Ermittlerteams, spielt.

Für seine Rolle wurde er im Mai mit dem Bayrischen Fernsehpreis als bester Seriendarsteller ausgezeichnet. Held rahmt die Story durch Monologe ein - wie zuletzt im hochgelobten Tatort „Im Schmerz geboren“ an der Seite von Ulrich Matthes und Ulrich Tukur.

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„Neureiche, die sich was einbilden ...“

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