Scharmann & Laskowski
Vier Augen sehen mehr

Die Kölner Galeristin Marion Scharmann hat sich mit der Kunstberaterin Birgit Laskowski zusammengetan und unter dem Namen Scharmann & Laskowski neu eröffnet. Die beiden Kunsthistorikerinnen wollen einen festen Künstlerstamm aufbauen und anspruchsvolle Kunstvermittlung betreiben.
  • 0

KölnDie Kölner Galeristin Marion Scharmann hat sich die Kunstberaterin Birgit Laskowski ins Boot geholt. Wirtschaftliche Gründe hätten für die Partnerschaft auch eine Rolle gespielt, sagt Scharmann. Als Einzelkämpfer sei das Galeriegeschäft aber nicht nur was das Finanzielle betrifft schwierig. „Man muss auch sehr viel Kraft reinstecken. Zu zweit lässt sich die Arbeitsbelastung, die der Kunsthandel mit sich bringt, besser bewältigen.“

Ende 2007 eröffnete Scharmann ihre Galerie für zeitgenössische Kunst in der Kölner Schaafenstraße und leitete sie bis vor kurzem auf eigene Faust. Birgit Laskowski, Kuratorin und Beraterin für Unternehmenssammlungen, organisierte in der Vergangenheit freie Projekte und hatte einen eigenen Ausstellungsraum. „Ich war regelmäßiger Gast der Galerie und jeder schätzte die Arbeit des Anderen, sodass wir ein gutes Gefühl für eine Zusammenarbeit hatten“, sagt sie.

Fester Künstlerstamm im Blick

In den kommenden zwei Jahren wollen Scharmann und Laskowski gemeinsam einen festen Künstlerstamm aufbauen. „Es gibt jetzt ein unmittelbares Feedback, wenn es um die Auswahl der Künstler geht“, betont Scharmann. „Der Dialog hilft uns, den eigenen Blick auf die Kunst zu überprüfen“, fügt Laskowski hinzu.Die Kunsthistorikerinnen möchten sich aber auch auf eine Zeit zurückbesinnen, als eine Kunstgalerie nicht nur lokaler Showroom in einem von weltweiten Messen dominierten Handel war, sondern ein Ort, am dem anspruchsvoll und nachhaltig Kunstvermittlung betrieben wurde. Das ist lange her! Parallel zu den Ausstellungen werden die Galeristinnen in den alten Räumen deshalb auch Vorträge, Filmvorführungen und Künstlergespräche veranstalten.

Das Bild aus der Bohrmaschine

Für ihre erste Ausstellung haben sie sich auf drei Künstler geeinigt, deren Arbeiten man sich aus nächster Nähe ansehen muss. Hervé Garcias abstrakte Formen entstehen nämlich, indem er bei Buch- und Magazinseiten jegliche Information herausschneidet (ab 1.700 Euro). Für eine große Arbeit hat der Senegalese, der in Köln lebt, eine Pappe mit der Bohrmaschine bearbeitet. Ein aggressiver Akt, der aber ein Bild entstehen ließ, das zeichnerisch wirkt. Angeboten wird es für 9.200 Euro.

Der Prager Vladimír Houdek trägt eine dicke Acrylpastenschicht auf die Leinwand auf, die über den Rand hinausragt. Darauf malt er mit Ölfarbe. Viele seiner Motive entpuppen sich als geklebte Papiere. Mit seiner Formensprache verweist Houdek auf die Kunst der russischen Moderne. Manches erinnert an Oskar Schlemmer (von 2.200 bis 4.950 Euro).

Kommentare zu " Scharmann & Laskowski: Vier Augen sehen mehr"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%