Schau der Meisterwerke
Botticelli im Pariser Musée de Luxembourg

Am 1. Oktober wird die Ausstellung „Botticelli, de Laurent le Magnifique à Savonarole“ im Pariser Musée de Luxembourg eröffnet. Zu sehen sein werden mehr als 30 Werke des in Florenz geborenen Malers sowie Bilder von Leonardo da Vinci, Piero di Cosimo und Filippino Lippi.

HB PARIS. Botticellis Marienfiguren sind von besonderer Schönheit. Ihre Mischung aus religiöser und weltlicher Aura und ihre intensive und gleichzeitig abstrakte Erotik zogen schon vor mehr als 500 Jahren Sammler und Kunstliebhaber an. „Botticelli, de Laurent le Magnifique à Savonarole“ (Botticelli, von Lorenzo dem Prächtigen bis zu Savonarola) heißt die Ausstellung, die am 1. Oktober im Pariser Musée de Luxembourg öffnet. Mehr als 30 Werke des in Florenz geborenen Malers (1445-1510) sowie Bilder von Leonardo da Vinci, Piero di Cosimo und Filippino Lippi, alle drei Zeitgenossen Botticellis, sind zu sehen. Viele der Ölgemälde und Zeichnungen stammen aus den Uffizien in Florenz und sind erstmals in Frankreich zu bewundern.

So beginnt die kleine, aber sehr exklusive Ausstellung gleich mit mehreren farbenprächtigen Darstellungen der Jungfrau mit Kind an. Besonders auffällig ist die „Vierge en adoration devant l'Enfant avec le petit saint Jean“ (etwa: Jungfrau in Verehrung vor dem Kind mit kleinem heiligen Johannes), ein Tondo, das Marie kniend vor dem Jesuskind zeigt. Der Blick der Jungfrau ist zärtlich und liebevoll, der Mund ist leicht geöffnet, so als würde sie mit dem Jesuskind sprechen. Den Hintergrund bildet eine sehr naturalistische Landschaftsdarstellung aus blühenden Rosen.

Frauenfiguren stehen im Vordergrund

Frauenfiguren stehen im Mittelpunkt der Malerei Botticellis. „Die Kunst Botticellis ist im Wesentlichen, ja sogar ausschließlich mit der Darstellung weiblicher Figuren verbunden“, erklärte ein Botticelli-Fachmann. „Portrait de jeune femme“ (Porträt einer jungen Frau“ stellt denn auch das Schönheitsideal Botticellis dar: natürlich und elegant. Die im Profil dargestellte Frau wirkt schlicht. Sie trägt keinen Schmuck oder reich bestickte Kleider. Die Strähnen, die unter dem transparenten Schleier hervorschauen, verleihen dem Bild einen lebhaften Aspekt.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung, die bis zum 22. Februar dauert, ist die „Verleumdung des Apelles“, auf der die Figur der nackten Wahrheit - des Malers schönste Aktfigur - beschwörend die Hand hebt, während die bunten Gestalten Hinterlist, Betrug und Neid den Herrscher bedrängen. Der leuchtende Hautton der nackten Gestalt mit langem goldenen Haar, die die Wahrheit verkörpert, bringt deutlich die Vorliebe Botticellis zur antiken Skulptur zum Ausdruck. Die wallenden Gewänder der Figuren, die ausgreifenden Bewegungen sowie die schwerelose Stilisierung zeugen vom Einfluss der florentinischen Frührenaissance.

Zahlreiche Auftragsarbeiten

Die meisten der ausgestellten Werke sind Auftragsarbeiten. Botticelli arbeitete hauptsächlich für die Familie Medici und für den Vatikan in Rom und malte religiöse Bilder, mythologisch allegorische Darstellungen und Porträts. Der letzte Saal, in dem auch einige Werke seiner Zeitgenossen Leonardo da Vinci, Piero di Cosimo und Filippino Lippi hängen, zeigen einen Botticelli, der Angst um die moralischen Werte der florentinischen Gesellschaft hat: Seine Bilder wurden dunkler, strenger und nüchterner und riefen heftige Kritik hervor, vor allem die von Leonardo da Vinci, der zusammen mit Michelangelo zu den neuen führenden florentinischen Künstlern wurde. Botticelli geriet in Vergessenheit und starb 1510 zurückgezogen und verarmt.

(Öffnungszeiten: täglich außer dienstags 10.00 bis 20.00 Uhr, mittwochs 10.00 bis 22.00 Uhr/www.museeduluxembourg.fr)

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