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Schau in Le Havre schlägt „Wellen“

Wellen faszinieren: Sie erinnern an die Unendlichkeit der Zeit und des Horizonts. „Das Wasser wird zur Welle. Die Welle ist seine Freiheit“, sagte einst Victor Hugo. „Wellen“ heißt eine Ausstellung in der Hafenstadt Le Havre in der Normandie.

dpa LE HAVRE. Wellen faszinieren: Sie erinnern an die Unendlichkeit der Zeit und des Horizonts. „Das Wasser wird zur Welle. Die Welle ist seine Freiheit“, sagte einst Victor Hugo. „Wellen“ heißt eine Ausstellung in der Hafenstadt Le Havre in der Normandie.

Anhand von mehr als 80 Werken wird der Zauber gezeigt, den das Meer und die Wellen auf Maler wie Courbet, Monet, aber auch auf Fotografen wie den kürzlich verstorbenen Henri Cartier-Bresson, Andreas Gursky und Nan Goldin ausstrahlte. Die bis zum 27. September dauernde Schau ist in dem 1961 gegründeten Museum Malraux zu sehen, das einen idealen Rahmen für dieses Thema bietet. Denn die großen Fensterflächen des direkt am zweitgrößten Hafen Frankreichs gelegenen Museums geben den Blick frei auf diesen faszinierenden „blauen Horizont“.

„Wir haben endlich das Meer gesehen, das Meer ohne Horizont. Das ist zu faszinierend. Man fühlt sich mitgerissen, man würde am liebsten ausziehen, um die Welt zu sehen“, schrieb der französische Maler Courbet, der dieser azurblauen Unendlichkeit einige seiner schönsten Werke widmete. „La vague“ (Die Welle) heißt das Ölgemälde von Courbet, das Ausgangspunkt dieser Ausstellung ist. Diesem Bild, auf dem bedrohlich hohe Wellen auf zwei am Strand liegende Fischerboote einbrechen, steht die Schwarz-Weiß-Fotografie von Balthasar Burkhard gegenüber, die dasselbe sich aufbäumende Meer zeigt - nur mehr als 120 Jahre später.

Mit Wellen verbindet der deutsche Starfotograf Andreas Gursky die atemberaubenden Niagara-Fälle, dessen 1989 aufgenommenes Farbfoto die ungeheuren Wassermassen zeigt, die aus mehr als 50 Metern Höhe in die Tiefe stürzen. Die Gischt in sich zusammenbrechender Wellen hält Sonja Brass auf ihrem großformatigen Foto fest, das zu zwei Dritteln von dieser weißen, schäumenden Masse bedeckt wird.

Auch Claude Monet (1840-1926) war von diesem Element, diesem „erstaunlichen Zauber des Wassers“ begeistert. Monet verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Le Havre, wo er sich als Karikaturist einen Namen machte, bevor er mit der Malerei begann. In der Stadt mit ihrem Sandstrand mitten im Zentrum malte Monet auch das berühmte Bild „Impressionen, Sonnenaufgang“, das der Bewegung der Impressionisten ihren Namen gab.

Von Monet besitzt das Malraux-Museum große Meisterwerke wie „Les Nymphéas“ (Seerosen), „Les falaises de Varengeville“ (Die Felsen von Varengeville) und „Londres, les tours du Parlement“ (London, die Türme des Parlaments) - Werke, die Teil der großen Charles-Auguste Marande-Schenkung sind, zu denen auch Gemälde von Manet, Pissarro, Renoir und Gauguin gehören. Diese Landschafts- und Meeresdarstellungen spiegeln ein Licht und eine Atmosphäre wider, die auch den Besucher erfasst, wenn sein Blick aus den riesigen Museumsfenstern auf die haushohen Ozeandampfer fällt, die im Hafenbecken ein- und auslaufen.

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