Schauspieler-Legende
Der Vorhang fällt für Johannes Heesters

Noch im Methusalem-Alter hat Johannes Heesters auf der Bühne gestanden. Seit Mitte Dezember lag der Schauspieler und Sänger auf der Intensivstation. Nun ist er dort im Alter von 108 Jahren gestorben.
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Berlin/MünchenJohannes Heesters ist tot. Der Grandseigneur der Operette starb am Samstag im Alter von 108 Jahren an den Folgen eines schweren Schlaganfalls, wie das Klinikum Starnberg mitteilte. Um 10.15 Uhr an Heiligabend sei er im Beisein seiner Frau „friedlich verstorben“.

Heesters galt als der älteste aktive Schauspieler, Sänger und Entertainer der Welt. Er gehörte zu den populärsten Bühnendarstellern des 20. Jahrhunderts und wurde vor allem durch zahlreiche Operettenrollen bekannt. Heesters' Paraderolle war der leichtlebige Graf Danilo aus Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“. Auch auf der Leinwand war Heesters in zahlreichen Filmen zu sehen wie „Gasparone“, „Hallo Janine“ und „Die Csardasfürstin“.

Der gebürtige Niederländer, der mit seiner 45 Jahre jüngeren Ehefrau Simone Rethel-Heesters am Starnberger See lebte, war eine Operettenlegende des 20. Jahrhunderts und trat auch noch mit mehr als 100 Jahren mit erstaunlicher Vitalität und Sangesfreude auf.

Noch zum 107. Geburtstag sang Heesters bei einer Gala in Erfurt die Lieder seines Lebens wie sein Paradelied aus dem „Bettelstudenten“, „Ich knüpfe manche zarte Bande“ und verkündete: „Ich werde 108, das könnt ihr mir glauben!“ Eine Woche vor seinem 108. Geburtstag (am 5. Dezember 2011) erlitt er einen Schwächeanfall und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Zuvor hatte er noch in einem Kurzfilm die Rolle des Petrus übernommen, der Ende November in München Premiere hatte. Auch die Verfilmung einer Tschechow-Erzählung stand zuletzt in seinem Terminkalender. Im Juli 2010 war Heesters im Berliner Ensemble in einer kleinen Rolle als greiser König in einem Stück von Rolf Hochhuth umjubelt worden. Einen der letzten großen Erfolge feierte der Schauspieler im Singspiel-Klassiker „Im Weißen Rössl“ 2008 in Hamburg als greiser Kaiser Franz Joseph.

Am 5. Dezember 1903 im niederländischen Amersfoort als Johan Marius Nicolaas Heesters geboren, begann der Künstler seine Bühnenlaufbahn als 17-Jähriger in Amsterdam. Die eigentliche Karriere begann 1935 in Berlin, wo er rasch zum Frauenliebling und unwiderstehlichen Charmeur aufstieg. Das lebensfrohe und genussfreudige Lied „Heut geh' ich ins Maxim, da bin ich so intim“, das der Mann mit Frack, Zylinder und dem weißen Schal so oft sang, war ihm auf den Leib geschrieben.

Auch nach dem Krieg war Heesters gefragter Star auf der Leinwand und der Bühne sowie bald auch im Fernsehen. Auf dem Bildschirm sah man ihn seit 1956, unter anderem in „Meine Schwester und ich“ und in der Serie „Zwei Münchner in Hamburg“ oder im „Zweikampf“ der alternden Komödianten Heesters und Carl-Heinz Schroth in der TV- Verfilmung von Neil Simons Boulevard-Klassiker „Sonny Boys“.

Als greiser Casanova in Karl Gassauers „Casanova auf Schloss Dux“ ging Heesters ab 1986 auf Tournee. Ab 1996 stand er mit seiner Frau Simone Rethel gemeinsam auf der Bühne und spielte auch danach noch Theater, so im Jahr 2002 in München in Anton Tschechows Stück „Der Kirschgarten“ den uralten Diener Firs.

Am 16. Februar 2008 absolvierte Heesters seinen ersten Auftritt nach fast einem halben Jahrhundert in seiner Geburtsstadt Amersfoort. Wegen seiner Karriere in Nazi-Deutschland war Heesters von den niederländischen Bühnen jahrzehntelang boykottiert worden. Aber politische Filme habe er in der NS-Zeit nie gedreht, beteuerte er stets. „Ich hab mein Leben gelebt und bin zufrieden mit meiner Karriere, ich habe mich auch stets bemüht, den Weg meines Lebens gerade zu gehen, auch im Sturm der Zeit“, sagte Heesters rückblickend. Seinen künstlerischen Nachlass hat er der Berliner Akademie der Künste vermacht.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte den Künstler als „Grandseigneur der leichten Muse“. Mit seiner einzigartigen Bühnenausstrahlung habe er die Herzen des Publikums erobert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schauspieler-Legende: Der Vorhang fällt für Johannes Heesters"

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  • @btw "Ausgasung differenzierter Entäußerung" Mit Dieser "Äußerung" muß man Sie leider alleine lassen und kann Ihnen nur gute Besserung wünschen, hinsichtlich Ihrer geistigen Befindlichkeit.

  • fein.

    blödes geschwätz.

    Sie scheinen daraus Faktenngemacht zu haben in Auschwitz.

    Das war kein blödes Geschwätz mehr: das war eine Ausgasung differenzierter Entäußerungen.

    @Himmel

  • @btw-bloedes Geschwaetz.shalon.

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