Schauspieler Marquard Bohm gestorben: Er war der „deutsche Belmondo“

Schauspieler Marquard Bohm gestorben
Er war der „deutsche Belmondo“

In den 60er und 70er Jahren galt er als einer der prägnantesten Darsteller des Jungen Deutschen Films. Am vergangenen Freitag ist der Schauspieler Marquard Bohm im Alter von 64 Jahren nach längerer Krankheit in Wetter an der Ruhr gestorben.

HB HAMBURG. Das teilte das Hamburgische Centrum für Filmforschung am Montag mit. Marquard Bohm - jüngerer Bruder des Schauspielers und Regisseurs Hark Bohm - wurde auch der „deutsche Belmondo“ genannt. Der in Hamburg geborene Schauspieler war Mitte der 60er Jahre mit der Szene junger Filmemacher in Hamburg in Kontakt gekommen. 1967 absolvierte er eine Regie-Assistenz bei Volker Schlöndorff.

Marquard Bohm spielte in mehreren Filmen von Rainer Werner Fassbinder, so als Privatdetektiv in „Der amerikanische Soldat“ und als Polizist in „Wildwechsel“. Bei seinem Bruder Hark Bohm stand er in dessen Produktionen „Tschetan, der Indianerjunge“ und „Nordsee ist Mordsee“ vor der Kamera. Gearbeitet hat er ferner mit den Regisseuren Rudolf Thome („Detektive“, „Rote Sonne“, „Supergirl“) und Wim Wenders („Im Lauf der Zeit“). Oft spielte er soziale Außenseiter wie in dem Büchner-Film „Eine deutsche Revolution“ von Helmut Herbst.

Von 1986 an arbeitete Bohm am Schauspielhaus Bochum unter den Intendanten Peter Zadek, Claus Peymann und Frank-Patrick Steckel. Im Kino und Fernsehen trat er trotz Krankheit weiterhin in zahlreichen Nebenrollen auf. Einer seiner letzten Erfolge war 1998 die Rolle des Vaters in Hans-Günter Bückings „Die Häupter meiner Lieben“.

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