Schlachtengetümmel
Neu im Kino: "Troja" von Wolfgang Petersen

Hollywood trumpft auf: Ausstattungsschinken sind in Mode. Sie spielen in der Vergangenheit: im Bürgerkrieg, in Nazareth, jetzt in Troja.

Dem Drei-Stunden-Film von Wolfgang Petersen sieht man an, dass er ein Vermögen gekostet hat. Die Bauten, die Kostüme, die Lanzen und Pfeile und Schwerter, Troja neu aufgebaut (und dann zerstört), und keineswegs alles ist am Computer simuliert. Das soll uns staunen machen. Macht es aber nicht.

Es sieht so aus, als sei der Regisseur vollauf damit beschäftigt gewesen, die Riesen-Maschinerie von Film unter Kontrolle zu halten. Gewiss, das ist perfekt, großes Ausstattungskino, Wolfgang Petersen war schon immer ein hervorragender Handwerker. Aber eine Spannung, gar eine emotionale kommt kaum auf.

Die Liebe zwischen Paris und Helena: mit ein paar Blicken angedeutet nur. Ein paar Figuren sind in Umrissen interessant, ohne dass daraus Charaktere würden: Achilles - ein zorniger Rebell, Agamemnon - ein kriegslüsterner Herrscher. Die Schauspieler? Diane Kruger (Helena) ist eine blasse Schönheit, Orlando Bloom (Paris) ist ein Jüngelchen, von Eric Bana (Hektor) sieht man nicht viel unter der Rüstung, Brad Pitt (Achilles) spielt mehr mit seinen Muskeln als mit seinem Herzen.

Eine gute Szene gibt es nun aber: wenn Priamos (der wunderbare Peter O'Toole) Achilles bittet, ihm den Leichnam seines Sohnes herauszugeben. Das ist, endlich, eine Szene von fast shakespeareschem Ausmaß. Der Rest geht im Schlachtengetümmel unter.

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