Schloss Ahlden
Spitzwegs lockere Pinselführung

2.600 Kunstwerke aus allen Epochen kommen im niedersächsischen Auktionshaus Schloss Ahlden unter den Hammer. Das Spektrum der Herbst-Offerte reicht von der mittelalterlichen Madonna bis zu einem Warhol.
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HamburgDie Herbstauktionen von Schloss Ahlden (29., 30. November und 6. Dezember 2014) sind mit gut 2.600 Objekten aus nahezu allen Epochen und Sammelgebieten wieder gut bestückt. Eines der ältesten Objekte ist eine 120 cm hohe Madonna aus Lindenholz. Die spätgotische Skulptur von einem Ulmer Meister entstand wohl zwischen 1450 und1460 und wird mit 65.000 Euro taxiert. Das Top-Los bei den Gemälden ist knapp 200 Jahre später entstanden. Es stammt von Isaac von Ostade und zeigt eine seiner typischen vielfigurigen Kompositionen mit einem Schimmel im Zentrum des Bildes, was auch charakteristisch ist für den Maler. Die 1645 in Öl auf Eichenholz festgehaltene Szene „Reisende vor einer Herberge“ soll mindestens 35.000 Euro erlösen.

Ebenfalls voller Erzähllust und dazu noch hintergründig humorvoll ist das Kabinettbild „Der Angler“ von Carl Spitzweg. Mit seinen 19 cm x 23 cm dürfte es für einige Aufmerksamkeit sorgen. Das kleine Format glänzt nicht mit der bei Spitzwegsammlern so geschätzten detailreichen Erzählung, sondern besticht durch seine aufgelockerte atmosphärische Malweise. Zuletzt war es1985/86 in der großen Spitzweg-Retrospektive im Münchener Haus der Kunst zu sehen. Jetzt wartet es mit einer Taxe von 35.000 Euro auf einen neuen Besitzer.

Einen Schwerpunkt auf dem Gebiet des alten Kunsthandwerks bildet eine große Privatsammlung von 300 Silberobjekten, die seit Jahren zusammengetragen wurde. Vor allem die bedeutenden Goldschmiedezentren Augsburg und Nürnberg sind vertreten. Als Schaustück für prunkvolle Tafeln diente einst der voll vergoldete Nürnberger Traubenpokal aus der Spätrenaissance, für den 14.500 Euro erwartet werden. Gearbeitet wurde er vom Meister Hans Christoph Lauer. Ebenfalls aus Nürnberg stammt die Sonderform des seltenen Doppel-Fassbechers mit seinen fein gravierten Sinnsprüchen in Deutsch und Latein. Für das aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende Stück werden 6.800 Euro veranschlagt.

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