Schloss Ahlden
Wiederauferstehung für vier Bergmänner

Wessen Herz für Möbel des 18. Jahrhunderts schlägt, bekommt reichlich Kaufgelegenheiten im norddeutschen Auktionshaus Schloss Ahlden. Top-Los des Angebots ist ein elegantes Schreibmöbel aus der Werkstatt des Leipziger Möbeltischlers Friedrich Gottlob Hoffmann. Zwei mal hingucken lohnt sich bei einer Gruppe von vier Bergmannsfiguren aus Meissen-Porzellan.
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AhldenMit zwei relativ großen, frühen Porzellan-Vogelfiguren nach Johann Joachim Kaendler zu Taxen von 18.500 respektive 16.500 Euro und zahlreichen Serviceteilen unterstreicht das norddeutsche Auktionshaus Schloss Ahlden seine Position als einer der führenden Versteigerer frühen Meissner Porzellans in Deutschland. Aufgerufen wird das Porzellanangebot im Rahmen des ersten Teils der „Antiquitäten und Moderne Kunst“-Auktionen am 10. Mai 2014. Preislich führt eine Gruppe von vier Bergmann-Figuren von 1745 bis 1750 die Offerte an.

Die Kaendler-Entwürfe gehörten einst dem Dresdner Bankier Gustav von Klemperer. Aufsehen erregte 2010 die Versteigerung von Resten dieser legendären, während des Bombardements von Dresden im Februar 1945 nahezu zerstörten Sammlung bei Bonhams in London.(Siehe Handelsblatt Online vom 16.12.2010) Die zerbrochenen, zum Teil nur noch fragmentarisch vorhandenen Porzellane erzielten Höchstpreise, mitunter im sechsstelligen Bereich. Der Hammerpreis dieser Bergmannsgruppe betrug 4.200 britische Pfund. Laut Katalogeintrag wurden sie zwischenzeitlich in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen restauriert. Die wohl in Details auch stark ergänzte Gruppe soll nun beachtliche 220.000 Euro einspielen.

Sächsischer Glanz im hohen Norden

Ein paar beachtliche Einrichtungsstücke des 18. Jahrhunderts bescherte Schloss Ahlden die Umorientierung der Sammlung einer Potsdamer Privatstiftung. Zur Taxe von 38.000 Euro kommt am 11. Mai 2014 ein Aufsatzsekretär von 1795 von Friedrich Gottlob Hoffmann zum Aufruf. Die unverkennbaren Arbeiten des Leipziger Möbelfabrikanten stehen für elegante Schlichtheit im Stil des Klassizismus und zählen zu den besten deutschen Möbeln der Zeit um 1800. Das angebotene Exemplar gehörte einst zum Inventar von Schloss Großsedlitz bei Dresden.

Kennern ist das feine Möbel bekannt. Vor neun Jahren erzielte es bei Christie´s in Amsterdam 60.000 Euro. Im Herbst wird es ausführlich in der vorbereiteten Hoffmann-Monografie des Möbelexperten Michael Sulzbacher publiziert. Aus derselben Quelle stammen auch zwei preußische Bodenstanduhren mit Flötenwerk. Für das Rokoko-Exemplar der beiden Uhren erwartet man 68.000 Euro. Ungewöhnlich ist die Oberfläche des Gehäuses. Die Fassung täuscht ein Palisanderfurnier vor. Das imposante Stück ist dem Potsdamer Hof-Ebenisten und Ornamentschnitzer Georg Hoppenhaupt zugeschrieben und war einst im Besitz der Herzöge von Sachsen-Meiningen.

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