Schmuck
Lässiger Panther für 5,3 Millionen Euro

Juwelen und Schmuck boomen derzeit. Und so konnte Sotheby's mit dem "Windsor Jewellery Sale" seine Schätzung auf 8 Millionen Pfund verdoppeln. Die höchsten Preise erzielen ein Panther-Armband aus Onyx und Diamanten und die - häufig kopierte - Flamingo-Brosche.
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LONDON. Cartiers "Panther"-Armband mit einem gelenkigen, aus Diamanten gefertigten Panther, der sich einst an das Handgelenk der Herzogin von Windsor schmiegte und lässig die Pfote baumeln ließ, wurde bei Sotheby's in einer festlichen Abendauktion am 30.11. für die dreifache Taxe von 4,5 Mio. Pfund (5,3 Mio. Euro) an einen hartnäckigen Telefonbieter versteigert. Sofort begannen Klatschkolumnisten zu spekulieren, ob Madonna die Käuferin war: Sie spielt die Rolle der Herzogin in ihrem neuen Film über die "Romanze des Jahrhunderts", in dem sie auch Regie führt und ihrer Obsession mit der Herzogin freien Lauf lässt.

Mehrwert der Sensationsprovenienzen

Der Verkauf war der Höhepunkt einer kleinen, intimen Abendauktion bei Sotheby's in London, bei der einmal mehr getestet wurde, wie lange der Mehrwert von Sensationsprovenienzen anhält. Aber die zu 100 Prozent verkaufte "white glove"-Auktion war dann doch kein Vergleich zu dem Bietfieber vom April 1987. Damals versteigerte Sotheby's in Genf Schmuck und Juwelen aus dem Nachlass der Herzogin, die ein knappes Jahr zuvor, einsam und verbittert, als fast 90-jährige Witwe in ihrer verfallenden Villa am Bois de Boulogne in Paris gestorben war.

Die Auktion war damals ein Weltereignis. Man berauschte sich noch einmal an der Liebesgeschichte, die eine Nation in die Krise gestürzt hatte. Versteigert wurden damals 306 Lose aus dem Besitz der Frau, deren Liebe Großbritanniens König Edward VIII mit seiner Abdankung 1936 Thron und Königreich geopfert hatte, weil die Briten die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson nicht an der Seite ihres Königs duldeten. Die Preise schlugen mit einem Gesamtergebnis von 75,4 Mio. Schweizer Franken alle Erwartungen in den Wind. Das Handelsblatt schrieb von einem "Festival der Rekorde" und "emotionell hochgetriebenen Preisen".

Rückblick

Unter den enthusiastischen Käufern damals war ein "gentlemen in the fifth row left", der 20 Lose kaufte, die nun bei Sotheby's wieder verkauft wurden. Es war der syrisch-saudische Finanzier Wafic Said, der damals wie heute anonym kaufte. Er ersteigerte einige der intimsten und teuersten Schmuckstücke - darunter 11 Stücke von Cartier, dem Lieblingsjuwelier der Windsors. Für seine Frau Rosemary kaufte er das Pantherarmband für 2,1 Mio. Schweizer Franken, für sich selbst war das Zigarettenetui, auf der die romantischen Reisen des Paares verzeichnet und die Stationen mit als Cabochons geschliffenen Edelsteinen markiert sind. "David von Wallis, Weihnachten 1935", war auf der goldenen Dose eingraviert - David war der eigentliche Name des Herzogs von Windsor. Said bezahlte er das Hundertfache der unteren Schätzung - 440.000 Schweizer Franken.

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  • ich bin mir nicht sicher, ob dies ist ein beispiel für Verschwendung oder Freiheit. Wie üblich ist es Geschmackssache, dass wenn etwas ein würdiger Ausgaben ist oder nicht entscheidet. Dies ist etwas, das Menschen normalerweise nicht einig über

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