Schriftsteller Adler-Olsen
Grausiger Thriller mit menschlichen Seiten

Im neuen Thriller "Erlösung" schicken zwei entführte Kinder einen Hilferuf per Flaschenpost. Autor Jussi Adler-Olsen kombiniert die Talente eines Geschichtenerzählers und Geschäftsmanns.
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DüsseldorfCarl Mørck ist nicht Kurt Wallander. Er steckt zwar auch in chaotischen Familienverhältnissen, schläft zu wenig und hört oft auf sein Bauchgefühl, doch der Sonderermittler aus Kopenhagen macht einfach sein Ding und grübelt nicht so viel wie sein schwedischer Kollege. Und er muss im Keller des Präsidiums sitzen, denn dort hat das von ihm geleitete Sonderdezernat Q „für ungelöste Fälle“ seine Schreibtische. Die Kollegen wollen ihn gern loswerden und vergessen, doch Mørck löst die alten Fälle mit Erfolg.

„Erbarmen“ und „Schändung“, seine ersten beiden Fälle, wurden allein in Deutschland 1,6 Millionen Mal verkauft, wie der Verlag mitteilt. Monatelang standen sie auf den Bestsellerlisten. Jetzt ist „Erlösung“ erschienen, Mørcks dritter Fall, mit einer Startauflage von 300 000 Exemplaren. Und wieder schafft es der stieselige Kommissar, ein ungeklärtes, scheinbar aussichtsloses altes Rätsel zu lösen – zum Glück für Fans erst nach 592 Seiten. Die Geschichte ist so gut und spannend, dass auch dieser Thriller sofort in die Bestsellerlisten kommen wird.

Rechnet man den Erfolg der ersten beiden Bände hoch, wird dieser Kommissar noch viel erfolgreicher sein als Kurt Wallander, den sein Schöpfer Henning Mankell im zehnten Band mit ungewissem Ende Abschied vom Polizistenberuf nehmen lässt. Die Filmrechte sind auch schon verkauft, bald gibt es die ersten Fälle aus dem Sonderdezernat Q auch im deutschen Fernsehen.

Doch den Dänen Jussi Adler-Olsen interessieren Vergleiche überhaupt nicht. Und er schaut schon gar nicht auf seine Krimiautoren-Konkurrenten aus Schweden. „Ich habe keinen der skandinavischen Krimis gelesen, weder Mankell noch Stieg Larsson, noch Jo Nesbø“, sagt er mit breitem Lachen. „Ich habe mich hingesetzt, Carl Mørck erfunden und losgeschrieben.“ Seine Krimis signiert der 61-Jährige mit großen Kringeln, der Starkult um ihn interessiert ihn nicht.

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Der Hilferuf

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