Schwerpunkt Videokunst: Kampf dem Verfall

Schwerpunkt Videokunst
Kampf dem Verfall

Digitale Kunst ist ausgesprochen vergänglich. Da Apparate und Software mit Höchstgeschwindigkeit veralten, ist es unmöglich, die Komponenten eines Werks auf Dauer funktionsfähig zu halten. Eine kiloschwere Publikation sondiert die Lage in den Sammlungen und zeigt künftige Konservierungsstrategien auf.
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DüsseldorfElektronische und digitale Werke gehören nach den performativen Künsten zu den vergänglichsten Kunstformen überhaupt. Schnelle Innovationszyklen lassen Hard- und Software in Hochgeschwindigkeit veralten; digitale Kunstwerke sind grundlegend gefährdet.

Die Verfallszeit beziffern Fachleute inzwischen mit weniger als zehn Jahren. Da es schlicht unmöglich ist, die originalen Komponenten eines Werks für die Zukunft funktionsfähig zu halten, müssen Sammler und Museen viel Mühe und Geld nicht nur in die elektronische Archivierung und ihre Updates, sondern auch in systematische Werkdokumentationen stecken.

Museen fit machen

Um Institutionen für diese noch kaum systematisch praktizierte Aufgabe fit zu machen, initiierte das ZKM 2010 zusammen mit fünf weiteren Institutionen am Oberrhein ein dreijähriges Forschungsprojekt über Strategien der Erhaltung. Die Ergebnisse dieser ersten internationalen und wissenschaftlichen Darstellung der Problematik wurden 2013 vorgelegt.

Die Publikation, die auch in englischer und französischer Sprache erschienen ist, dokumentiert alle Teile des Projekts und die Ergebnisse der Fallstudien nebst Interviews mit den beteiligten lebenden Künstlern. Außerdem erfasst sie erstmals auch die juristischen Rahmenbedingungen für konservatorische Eingriffe an digitalen Kunstwerken, bietet Lösungsansätze und Vorschläge für Museen und Archive sowie Erfahrungsberichte aus der Praxis des Sammelns.

„Konservierung digitaler Kunst: Theorie und Praxis. Das Projekt digital art conservation“, Hg. Bernhard Serexhe, 668 S., Abb. in Farbe und Schwarzweiß, Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Ambra Verlag Wien 2013, Erhältlich im ZKM- Museumsshop und im Buchhandel für 68,05 Euro. ISBN 978-3-99043-533-5

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