Schwerpunkt Videokunst: "Mein bestes Stück"

Schwerpunkt Videokunst
"Mein bestes Stück"

Wer über Video- und Medienkunst auf dem Laufenden bleiben will, muss quer durch die Republik reisen und viel Zeit zum Schauen einplanen. Ein knapper Überblick auf ausgewählte Ausstellungen und Festivals.
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DüsseldorfMit den politischen und kulturellen Folgen der exzessiven Digitalisierung beschäftigt sich das Festival „Transmediale“, das am 29. Januar 2014 in Berlin eröffnet wird. Als thematisches Leitmotiv dient der Begriff „Afterglow“ - als ein Sinnbild für den ambivalenten Zustand der digitalen Kultur. Zentrale Themen sind die Massenüberwachung, Big Data-Systeme, Whistleblowing und vor allem der Müll, den das mediatisierte Leben hinterlässt. Die fünftägige Veranstaltung bietet neben Ausstellungen, Performances, Vorführungen und Diskussionsrunden auch ein Programm mit 53 Filmen, Videos und Diaprojektionen, die historisch bis ins Jahr 1931 zurückreichen. Die Transmediale, die vor 27 Jahren zum ersten Mal an den Start ging, verfolgt einen umfassenden kulturkritischen Ansatz. Sie hat sich als Treffpunkt für Künstler, Medienkunstexperten und –aktivisten aus der ganzen Welt etabliert.

„Transmediale / Festival. Afterglow“, Haus der Kulturen der Welt, 20. Januar bis 2. Februar 2014, 29. Januaf von 17 bis 23 Uhr, 20. Januar bis 1. Februar 11 bis 23:30 Uhr, 2. Februar bis 23 Uhr.

Video in der Lounge

Einen dauerhaften Platz hat die Videokunst dank Unterstützung der Investitionsbank Berlin (IBB) in der IBB-Videolounge der Berlinischen Galerie. Im monatlichen Wechsel präsentieren sich hier über das Jahr zwölf Künstler. Kandidat wird, wer in den letzten Jahren durch seinen innovativen Umgang mit den Medien Film und Video aufgefallen ist. Im Zentrum Ausstellungsserie stehen dokumentarische Herangehensweisen und künstlerische Strategien, die das Medium hinterfragen und neue Formen der Erzählung entwickeln.

„12 x 12. Die IBB-Videolounge in der Berlinischen Galerie“, bis 23. Juni 2014

 

Stillleben in Bewegung

Im Zeitlupentempo rauscht der Kronleuchter auf den gedeckten Tisch. Er lässt die gefüllten Champagnergläser zerbersten, wanken, fallen. Prickelndes, auseinander stiebendes Nass regnet auf den Tulpenstrauß, löscht die Kerzen und ergießt sich über die Tischdecke. Acht Minuten dauert Gabriella Gerosas auf Video gedrehter Stilllebenfilm „Buffetcrash“ (2003), in dem die Dinge mit einem Mal in Bewegung kommen. Das ist so schön, dass man es sich am liebsten immer wieder ansehen würde. Möglich macht es eine Ausstellung im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg, die 21 Videofilme aus der eigenen Sammlung mit Alten Meistern aus verschiedenen deutschen Museen konfrontiert. In beiden Medien geht es um die grundlegenden Themen Zeit und Vergänglichkeit, um fortschreitenden Zerfall und die Auflösung der Form. Stillleben in Bewegung sind eben nur auf den ersten Blick ein Paradox.

„Still bewegt. Videokunst und Alte Meister“, bis 23. Februar 2014 im Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg, Katalog: Hirmer 25 Euro an der Museumskasse, 29,90 Euro im Buchhandel

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Verschwinden des Körperlichen

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