Seifenoper Die ARD schließt den „Marienhof“

Die Schauspieler hatten gezittert, die Fans gebangt. Aber umsonst: Nach 18 Jahren „Marienhof“ zieht die ARD Konsequenzen aus den anhaltend schwachen Quoten und wirft die erste Daily Soap im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus dem Programm. Bei der Bavaria Fernsehproduktion wird rund 100 Stellen streichen müssen.
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Bald ein überholtes Requisit: Die ARD-Seifenoper "Marienhof" kam nicht aus dem Quotenkeller und wird im Mai 2011 abgesetzt. Quelle: DAPD

Bald ein überholtes Requisit: Die ARD-Seifenoper "Marienhof" kam nicht aus dem Quotenkeller und wird im Mai 2011 abgesetzt.

HB GRÜNWALD. „Es wird viel passieren“, heißt es im Vorspann - doch damit soll nun Schluss sein. Nach mehr als 18 Jahren steht die ARD-Vorabendserie „Marienhof“ vor dem Aus. Im Mai 2011 soll die letzte Episode der Serie ausgestrahlt werden, die als erste „Daily Soap“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in die Geschichte eingehen wird. Mit Unterschriftenaktionen und Facebook-Protestgruppen hatten die Fans gekämpft, die Schauspieler hatten bis zum Schluss gebangt. Genützt hat es nichts. Der „Marienhof“ wird abgesetzt.

Das bedeutet nicht nur für viele altgediente Schauspieler - von denen einige den „Marienhof“ seit mehr als einem Jahrzehnt ihr zweites Zuhause nennen - eine ungewisse Zukunft. Die Bavaria Fernsehproduktion wird nach eigenen Angaben rund 100 Kündigungen aussprechen müssen. „Leider hatten die Anstrengungen, den „Marienhof“ wieder in die alte Erfolgsspur zu bringen, nicht das gewünschte Ergebnis“, begründet ARD-Programmdirektor Volker Herres die Entscheidung.

Diese Anstrengungen sind der ebenso langwierige wie vergebliche Versuch, die Serie aus dem Quotentief zu holen. In knapp zehn Jahren haben sich die Quoten so gut wie halbiert. Zu Spitzenzeiten wie im Jahr 2000 lagen sie noch bei über 15 Prozent. Die erfolgreichste Folge mit dem Tod von Marco Busch im Februar 1997 schaffte sogar 18,7 Prozent.

Das waren rund vier Millionen Zuschauer und Zahlen, von denen die „Marienhof“-Macher heute nur noch träumen können. Die Durchschnittsquote 2010 lag nach ARD-Angaben bei 8,6 Prozent. Ein groß angekündigter Relaunch unter dem neuen Produzenten Simon Müller-Elmau im Jahr 2009, der die Sendung jünger, glaubhafter und stylischer machen sollte, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Zeit habe gefehlt, sagte Bavaria-Geschäftsführer Matthias Esche am Donnerstag.

Als schwerwiegender Einschnitt in der Geschichte der einstigen Erfolgsserie gilt der Schleichwerbungs-Skandal aus dem Jahr 2005, als bekannt wurde, dass unterschiedliche Firmen ihre Produkte unerlaubterweise in der Serie platziert und die Produktionsfirma dafür bezahlt haben. Bavaria-Geschäftsführer Thilo Kleine musste daraufhin seinen Hut nehmen.

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