Selbsthass
Jackson – Paradebeispiel eines Dysmorphophoben

Michael Jackson galt als Paradebeispiel eines Dysmorphophoben: eines Menschen, der sich selbst hässlich findet und dies partout ändern möchte - ohne je ein Ende zu finden. Jackson wählte auch den Weg der Veränderung – in vielfacher Hinsicht. Experten wissen, warum sein Leiden trotzdem weiterging.

HB HAMBURG. Dem Mediziner Volker Faust zufolge wird die Krankheit definiert als „Subjektives Gefühl der Hässlichkeit oder der körperlichen Missgestaltung trotz normalen Aussehens, wobei der Patient glaubt, von anderen in gleicher Weise wahrgenommen zu werden“. Betroffene glauben etwa, ihre Nase sei grässlich geformt - obwohl Mitmenschen sie als ganz normal empfinden.

„Das hat nichts damit zu tun, dass sich der eine oder andere nicht gerade als makellos oder gar schön empfindet“, erläutert Prof. Faust. „Patienten mit einem „Entstellungssyndrom“ machen sich durch ihren - meist vermeintlichen - Mangel nicht nur unglücklich, sie ruinieren ihr ganzes Leben.“ Dies gelte für Partnerschaften und Familie ebenso wie für Beruf und gesellschaftliche Stellung. „Denn sie geben keine Ruhe, bis der Makel „behoben“ ist, bis hin zur Operation.“ Da das vermeintliche Defizit ja aber in Wahrheit keines sei, bringe keine „noch so perfekte äußere Korrektur“ wirklich eine Lösung.

Helfen könnten nur Psychiater oder Psychologen, erläutert Faust. Die aber würden von Dysmorphophoben meist gemieden, da sie sich nur körperlich beeinträchtigt fühlten. Stattdessen konsultieren sie Haut-, HNO- und Zahnärzte - und immer öfter auch plastische Chirurgen. Das Leiden aber gehe nach jeder OP weiter, solange nicht die seelische Störung erkannt und behandelt werde.

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