„Sideways“ räumt vor Oscar-Show ab: Spottpreise für Bush und Berry

„Sideways“ räumt vor Oscar-Show ab
Spottpreise für Bush und Berry

In der Nacht werden zum 77. Mal die Oscars im Kodak Theater in Hollywood vergeben. Die Gala der amerikanischen Filmkunst-Akademie beginnt um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

HB LOS ANGELES. Als Favorit für die Auszeichnung als bester Film des Jahres gilt „Aviator“ von Martin Scorsese mit elf Nominierungen. In der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film ist die deutsche Produktion „Der Untergang“ im Rennen. Das Drama über die letzten Tage von Adolf Hitler wurde von Bernd Eichinger produziert, Regie führte Oliver Hirschbiegel. Zweiter deutscher Oscar-Kandidat ist der Dokumentarfilm „Die Geschichte vom weinenden Kamel“. Der Film der Mongolin Byambasuren Davaa und des Italieners Lugi Falorni entstand als Abschlussarbeit an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF).

Bereits einen Tag vor der Oscar-Gala sind in Hollywood mit der Goldenen Himbeere und den Independent Spirit Awards ganz gegensätzliche Film-Preise verliehen worden. Als beste unabhängige Produktion (Indie-Film) räumte die Tragikomödie „Sideways“, die auch für fünf Oscars nominiert ist, gleich sechs Trophäen ab. Unter anderem wurde „Sideways“ als bester Film, für die beste Regie und mit drei Darstellerpreisen für Paul Giamatti, Thomas Haden Church und Virginia Madsen ausgezeichnet. Die von Stars wie Cate Blanchett und Jamie Foxx besuchte Zeremonie in einem Zelt am Strand von Santa Monica ist Hollywoods Alternativauszeichnung für unabhängige Filmproduktionen, die nicht mehr als 15 Millionen Dollar (rund 11,3 Millionen Euro) kosteten.

Kein Hollywoodstar ließ sich dagegen bei der Razzie-Verleihung blicken, bei der Halle Berry als „Catwoman“ und US-Präsident George W. Bush in Michael Moores Dokumentarstreifen „Fahrenheit 9/11“ am Samstagabend (Ortszeit) zu den schlechtesten Schauspielern des Jahres 2004 gekürt wurden. Der Präsident setzte sich damit gegen die „Konkurrenz“ von „Alexander“-Darsteller Colin Farrell, Ben Affleck, Vin Diesel und Ben Stiller durch. „Catwoman“ holte sich insgesamt vier Schmähpreise, darunter auch den als schlechtester Film. „Fahrenheit 9/11“ erhielt dank seiner „Darsteller“ ebenfalls vier Himbeeren.

Verteidigungsminister Donald Rumsfeld teilt sich die fragwürdige „Razzie-Ehre“ als schlechtester Nebendarsteller in „Fahrenheit 9/11“ mit Britney Spears, die für ihren Cameo-Auftritt in dem Dokumentarstreifen auch eine Himbeere erntete. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger leistet ihnen als „Schlechtester Razzie-Verlierer der letzten 25 Jahre“ Gesellschaft. Der für seinen Kurz-Auftritt in „In 80 Tagen um die Welt“ nominierte frühere Action- Star hat in 25 Jahren schon acht Anwartschaften erhalten, ohne jemals eine Himbeer-Trophäe zu bekommen.

Bei den Independent Spirit Awards wurde als bester ausländischer Film das spanische Sterbehilfedrama „The Sea Inside“ (Das Meer in mir) gefeiert, das neben dem deutschen Hitler-Film „Der Untergang“ auch Oscar-Chancen hat. Die auch für einen Oscar nominierte Kolumbianerin Catalina Sandino Moreno wurde am Samstag für ihren Auftritt als Drogenschmugglerin in „Maria Full of Grace“ zur besten Schauspielerin gekürt.

Anders als bei der glamourösen Oscar-Nacht vergnügen sich die Indie-Gäste ganz leger und häufig in Jeans und T-Shirt. Einen Spaß machen sich auch die Razzie-Veranstalter - über 650 Filmschaffende, Journalisten und Kinofans aus den USA und 15 weiteren Ländern, die ihre spöttische Wahl treffen: Nach Angaben des Schmäh-Komitees ist die mit Sprühlack überzogene Statue - eine golfballgroße Himbeere auf einer eingedrückten Filmspule - gerade einmal fünf Dollar wert.

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