Silber
Nancy erhält Renaissance-Silberschatz

3,8 Mio. Euro hat die Pariser Niederlassung von Sotheby?s jetzt in einer Auktion von europäischen Silber- und Goldobjekten umgesetzt. Außerhalb der offiziellen Auktion gelang Sotheby?s ein weiterer Coup: Sie verkauften einen spektakulären Grabungsfund an die französische Stadt Nancy, die den Schatz mit Hilfe des französischen Staates für das Musée Lorrain erwarb.
  • 0

PARIS. Die Pariser Niederlassung von Sotheby?s setzte am 9. November mit der Auktion von europäischen Silber- und Goldobjekten 3,8 Mio. Euro für 188 verkaufte Lose um. 32 Prozent der angebotenen Objekte fanden keinen Käufer. Das konnten rund 20 Interessenten im Saal jedoch nicht kontrollieren, weil Auktionator Philipp von Württemberg, der langjährige Generaldirektor von Sotheby?s Paris, seine Zauberkünste ausspielte und die Rückgänge gekonnt verheimlichte.

Bereits vor der Auktion konnten der jetzige Sotheby?s-Generaldirektor Guillaume Cerutti und der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand den Ankauf des im Katalog angebotenen "Schatzes von Pouilly-sur-Meuse" für 1,4 Mio. Euro mitteilen. Der aus 31 Renaissance-Objekten aus Silber und vergoldetem Silber (Vermeil) bestehende Fund war vor drei Jahren in der Nähe von Verdun in Pouilly-sur-Meuse durch Zufall ausgegraben worden.

Die Silber-Punzen auf Kannen und Kelchen, Bechern und Besteck liefern einen Entstehungszeitraum von 1480 bis 1570. Sie stammen aus Paris, Châlon-en-Champagne, Reims und Straßburg. Die Stadt Nancy erwirbt den spektakulären Schatz mit Hilfe des französischen Staates für das Musée Lorrain. Das wäre ohne die Hilfe einer bis jetzt anonymen Firma nicht geglückt, die als Mäzen mitfinanziert. Offiziell ist der Direktverkauf durch Auktionsfirmen in Frankreich noch nicht erlaubt. Sotheby?s spielt wieder die Rolle des Vorreiters. Um die Jahrtausendwende hatte Sotheby?s das französische Auktionsmonopol aufgebrochen.

Für die restliche Silber-Auktion nahm Sotheby?s 2,4 Mio. Euro ein. In europäischen Händlerbesitz gelangt eine der prächtigen portugiesischen Präsentierplatten in Vermeil für 324 750 Euro, die andere erwarb die Galerie Neuse aus Bremen für 94 350 Euro. Viele der generell nicht sehr hochpreisigen Silberobjekte stammten aus Deutschland und Österreich.

Kommentare zu " Silber: Nancy erhält Renaissance-Silberschatz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%