„Simply the best“ Musical-Premiere entfacht Tina-Turner-Fieber

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Hits ohne Ende aus allen Phasen der Karriere
Ein Nobelpreis und viele Todesfälle
Carolin Kebekus
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„Wenn es Gott wirklich gibt, stellt der sich da oben aber gerade ne geile Band zusammen...“, schreibt Komikerin Carolin Kebekus bereits im Frühjahr auf Facebook. 2016 ist ein schwarzes Jahr für die Musikwelt, Weltstars wie David Bowie, Prince und Leonard Cohen sterben, in Deutschland wird um Künstler wie Roger Cicero und Achim Mentzel getrauert. Aber es gibt auch positive Überraschungen, spannende Neuentdeckungen und langererwartete Wiedersehen.

Abschied der Ikonen
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Trauer um drei Ikonen aus drei Jahrzehnten, die maßgeblich die Musikwelt beeinflussten. Mit Cohen (geb. 1934), Bowie (1947) und Prince (1958) verabschieden sich drei überragende Künstler.

David Bowie im Jahr 1987
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Am 10. Januar, wenige Tage nach Erscheinen seines letzten Albums „Blackstar“, stirbt Bowie an einer Krebs-Erkrankung. Das britische Pop-Chamäleon, das in den 1970er Jahren eine wichtige Schaffensphase in West-Berlin verbrachte, wurde mit „Space Oddity“, „Heroes“ oder „Let's Dance“ zum Weltstar. „Was David Bowie für weiße Kids war, die sich anders und unpassend in dieser Welt fühlen, war Prince für schwarze Jugendliche“, schreibt die „Los Angeles Times“ dreieinhalb Monate später.

Megastar der 80er
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Prince stirbt am 21. April mit 57 Jahren an einer Überdosis Schmerzmittel. Der begnadete US-Sänger („Purple Rain“, „Kiss“) zählte neben Madonna und Michael Jackson zu den Mega-Stars der 1980er Jahre. Seine Mixtur aus Funk, Pop, Blues und Rock, das explosive Gitarrenspiel, die sinnliche wie hochflexible Soul-Stimme bleiben.

Leonard Cohen
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Am 7. November verliert die Musikwelt dann einen ihrer größten Poeten. Altmeister Leonard Cohen stirbt an den Folgen eines Sturzes. Der Kanadier wurde durch Songs wie „Hallelujah“, „Suzanne“ oder „So long Marianne“ weltberühmt. Die „New York Times“ würdigt den 82-Jährigen als „einen der bedeutendsten Songschreiber unserer Zeit“. Und der „Rolling Stone“ urteilt: „Nur Bob Dylan hat einen tiefgreifenderen Einfluss auf seine Generation gehabt.“

Dylans Schweigen
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Dass Dylan der wichtigste Songwriter der Rockgeschichte ist, wird 2016 von alleroberster Stelle bestätigt. Der 75-Jährige erhält für seine „poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition“ den Literaturnobelpreis. Er schreibe „Poesie fürs Ohr“, hieß es. In seiner jahrzehntelangen Karriere wurde der Sänger („Blowin' In The Wind“, „Mr. Tambourine Man“, „Like A Rolling Stone“) schon mit dem Oscar, dem Pulitzer-Preis und der US-Freiheitsmedaille gewürdigt. Dylan schweigt lange. Dann sagt er, dass er „diese Ehre“ schätze. Der Verleihung in Stockholm könne er dennoch nicht beiwohnen - wegen „anderer Verpflichtungen“.

Queen des Sommers
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Sie liebe Bob Dylans Musik, aber auch die Einflüsse von Tracy Chapman und Nina Simone seien wichtig für sie. Das sagt die Französin Imany, deren Stimme spätestens seit diesem Sommer vielen bekannt sein dürfte. Mit 37 Jahren ist ihr gelungen, wovon viele Musiker ein Leben lang träumen: Clubgänger auf der ganzen Welt tanzen zu ihrem Song „Don't Be So Shy“ im Remix vom russischen DJ-Duo Filatov & Karas die Nächte durch. Die GfK Entertainment kürt den Song sogar zum Sommerhit des Jahres.

Die Krisen der Tina Turner werden galant über nette Songs abgehandelt. „Tina, why do you love that guy?“ (Tina, warum liebst du diesen Kerl?) singen naiv die Background-Sängerinnen. Brutale Prügel- und Drogenszenen, die es im echten Leben gab, bleiben dem Publikum erspart. Nichts stört die beste Stimmung und gute Laune im voll besetzten Saal. Stattdessen gibt es Hits ohne Ende aus allen Phasen der Karriere, von „Nutbush City Limits“ über „Private Dancer“ und „We Don't Need Another Hero“ aus der „Mad Max“-Verfilmung mit Turner in der Rolle Aunt Entity bis natürlich zum Titelsong der Show. Aber auch weniger bekannte Lieder kommen bestens an.

Was „Simply the Best“ zum lohnenden Ereignis für alle Fans macht, ist die absolute Klasse der Darsteller und Musiker. Dorothea „Coco“ Fletcher verkörpert seit Jahrzehnten Tina Turner in der Berliner Dauerbrenner-Show „Stars in Concert“, war aber unter anderem auch Live-Duettpartnerin von Udo Jürgens bis zu dessen Tod im Jahr 2014. Jordan John, der Ike Turner darstellt, aber auch als Sänger und Gitarrist begeistert, hat eine ähnlich eindrückliche Referenzliste (Aretha Franklin, Prince, Ray Charles) wie die weiteren hochkarätigen Livemusiker der Show. Zusammen mit wohl dosierten Original-Filmeinspielungen entsteht die fast perfekte Illusion, tatsächlich Tina Turner zu erleben.

Ausgespart bleibt die Zeit nach Tina Turners Livekarriere. Die praktizierende Buddhistin, die 2013 ihren langjährigen deutschen Lebensgefährten Erwin Bach heiratete, hat sich der Weitergabe ihres spirituellen Wissens verschrieben. Nach dem Ende ihrer Karriere als zunächst Blues-, dann Soul-, dann Rock- und schließlich Popstar hat sie zusammen mit Kindern, Lehrern und Künstlern einige Alben mit Mantras und Gesängen unterschiedlicher Religionen veröffentlicht.

Bis mindestens in den April hinein tourt „Simple the Best“ nun durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Weitere Termine sind nach Angaben der Veranstalter bereits geplant.

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  • dpa
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