„Simply the best“
Musical-Premiere entfacht Tina-Turner-Fieber

Seit 2009 tritt Tina Turner nicht mehr live auf. Eine Musical-Biografie erweckt nun ihre Musik aus fünf Jahrzehnten zum Leben. Bei der Uraufführung von „Simply the Best“ geriet das Publikum ins Tina-Turner-Fieber.
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Frankfurt/MainSo ziemlich alles passt an dieser Tina Turner. Die mehrfach wechselnde Frisur, die Outfits, die Bewegungen, die Schritte, das Lachen und Reden und vor allem das Singen. Es ist aber natürlich nicht Tina Turner selbst, die bei der Uraufführung von „Simply the Best“ in Frankfurt auf der Bühne steht, singt und tanzt und 1700 Menschen unterschiedlicher Generationen mitreißt.

Der Jubel in der Alten Oper gilt am Ende einer zweieinhalbstündigen Show der Sängerin Dorothea „Coco“ Fletcher und ihren musikalischen Mitstreitern. Sie haben nicht nur eine musikalische Zeitreise durch fünf Jahrzehnte präsentiert.

Die Show des Erfolgsproduzenten Bernhard Kurz vermittelt auch, skizzenhaft und trotzdem überzeugend, Einblicke in den wechselvollen Lebens- und Karriereweg der 1939 in Tennessee geborenen Künstlerin. Nach ersten Erfolgen und komplettem Absturz schaffte sie den Weg zurück ins Showgeschäft und schließlich mit über 180 Millionen verkauften Tonträgern und Rekordtourneen zu einer der weltweit erfolgreichsten Sängerinnen.

Am Tiefpunkt ihrer Karriere und ihres Lebens, nach der Trennung von ihrem drogenabhängigen und gewalttätigen Mann Ike Turner im Jahr 1976, besaß Tina Turner gerade noch 36 Cent, erfahren die Besucher der Show. 2014 wurde das Vermögen der Sängerin und Schauspielerin, die seit langem in der Schweiz lebt und 2013 auch die Staatsbürgerschaft ihrer Wahlheimat erhielt, auf 225 Millionen Schweizer Franken geschätzt.

Dass dieser Lebensweg das Zeug zum Bühnenstück hat, wie vorher auch schon für autobiografische Bücher und Filme, liegt auf der Hand. Der Begriff Musical mutet für diese Produktion dabei ein wenig übertrieben an. Eher ist es eine Tributshow mit biografischen Einsprengseln.

Erzähler, die gleichzeitig reelle Figuren aus Tina Turners Leben wie etwa den späteren Manager Roger Davies verkörpern, schaffen eher am Rande die Rahmenhandlung. Sie liefern in chronologischer Reihenfolge ein paar Fakten und Anekdoten - von den Anfängen als Backgroundsängerin in einem Nachtclub in St. Louis über die Tourneen mit der Aufsehen erregenden „Ike & Tina Turner Revue“ bis zur zunächst mühsamen, später fulminanten Solokarriere. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Musik, nach der Pause wird fast völlig auf gesprochenen Text verzichtet. Das Publikum stört es nicht, im Gegenteil.

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